Montag, 8. Juli 2002

Schachner: "Großer Stein vom Herzen gefallen"

  • Gilewicz und Hopfer retten der Austria den 2:0-Sieg
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Die violetten "Millionaros" & Titelfavoriten von Austria Wien haben Runde 1 mal mit einem mühevollen 2:0 (0:0)-Heimsieg über SV Ried die Saison 2002/03 eröffnet. Die Erleichterung war dennoch riesengroß. "Mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen", sprach Walter "Schoko" Schachner stellvertretend für Mannschaft, Vereinsspitze und 9.500 Fans im Horr-Stadion. Den starken Oberösterreichern blieb zwar nach 94 Minuten und Gegentreffern durch Gilewicz (58.) und Hopfer (93.) kein Punkt, dafür aber die volle Anerkennung durch die "Veilchen". "Im Endeffekt setzte sich aber die Klasse durch", bilanzierte Ried-Coach Gerhard Schweitzer nüchtern.

Zu den beiden Austria-Heimspielen gegen die Rieder waren in der vergangenen Saison gerade einmal 3.900 bzw. 3.150 Fans gekommen, diesmal lockte das neu formierte Starensemble der Favoritner fast 10.000 Menschen auf den Verteilerkreis. "Wenn wir nächste Runde in Kärnten positiv abschneiden, ist das Stadion gegen den GAK voll", freut sich Manager Markus Kraetschmer endlich auf bessere Zeiten. "Die Mannschaft muss sich natürlich noch finden, wichtig ist aber die Tatsache, dass die drei Punkte auf dem Konto sind", ergänzte Vizepräsident Andreas Rudas. Die Anzahl der verkauften Abos ist bis Dienstagabend auf 2.312 geklettert, vor einem Jahr waren es zu dieser Zeit 1.500 gewesen.

Im Vorjahr hatte Ried dem damaligen Kärnten-Coach Schachner noch den Start in die Saison vermasselt, damals siegten Akagündüz und Co. im Wörthersee-Stadion 2:1. Auch diesmal wäre zumindest ein Punkt möglich gewesen, unter anderem traf aber Manuel Ortlechner nach schwerem Patzer von Goalie Thomas Mandl das leere Tor nicht (27.). "Ried hatte die klareren Torchancen, so werden sie mit dem Abstieg sicher nichts zu tun haben", meinte Schachner, auf den laut eigenen Angaben noch viel Arbeit wartet: "Das System braucht noch Wochen und Monate. Ich will nicht nach drei Runden Erster und am Ende Vierter sein."

"Man kann sich halt nichts kaufen, wenn man gut mitspielt und dann trotzdem verliert. Es hat nicht das bessere, sondern das glücklichere Team gewonnen", trauert der pfeilschnelle Ried-Angreifer Muhammet Akagündüz der verpassten Sensation nach.

Spielfilm
Der Titelfavorit begann zwar zunächst mit viel Elan, vermochte die cleveren Rieder aber nicht zu gefährden. Zu ungefährlich wirkten die Angreifer Gilewicz und vor allem Rushfeldt, zu ideenlos agierten die Kreativ-Spieler Michael Wagner und Janocko. Die Innviertler hingegen setzten die taktischen Vorgaben von Trainer Schweitzer optimal um, ließen die Violetten an ihrer konsequenten Abwehr anrennen, um im Gegenzug gefährliche Konter zu fahren.

Chancen für Ried
In der 13. Minute überlisteten die Rieder die Viererkette der Wiener, der herauslaufende Mandl rettete jedoch vor Akagündüz. In der 27. Minute allerdings machte der Austria-Keeper keine gute Figur, als er bei einer Flanke daneben griff, Ortlechner den Ball aber nicht im Tor unterbrachte. In der 42. Minute war der Burgenländer dann wieder zur Stelle und parierte den Schuss des allein stehenden Sidibe, der den Ball vom Ex-Austrianer Darazs nach inkonsequenter Abwehrarbeit der Veilchen-Defensive serviert bekommen hatte.

Austria in der 1. Hälfte harmlos
Während die als krasse Außenseiter ins Spiel gegangenen Oberösterreicher in der ersten Hälfte gleich zwei hochkarätige Chancen vorfanden, blieb die Austria bis auf einen Freistoß von Ratajczyk (45.) harmlos.

Gilewicz gelingt das 1:0
Eine starke Viertelstunde nach Wiederanpfiff reichte der Schachner-Elf schließlich, den Arbeitssieg sicherzustellen. In der 55. Minute scheiterte Flögel mit einem Schuss im Strafraum noch an Oraze, doch drei Minuten später sorgte Gilewicz für das wichtige 1:0. Im Zusammenspiel der Ex-Tiroler traf der Pole nach Vorlage von Panis mit einem trockenen Schuss ins lange Eck.

Ried hätte sich Punkt verdient
Trotz der Führung vermochten sich die Gastgeber nicht aus ihrer Verkrampfung zu lösen. Die Rieder hätten sich als zweikampfstärkeres Team einen Punkt verdient, was aber die Oberkante der Kreuzlatte (74./nach Akagündüz-Kopfball) und eine Fußabwehr von Mandl (79./nach abgefälschten Sidibe-Schuss) verhinderte. In den letzten Sekunden des Spiels sorgte der eingewechselte Hopfer noch für den Endstand. Der Mittelfeldspieler traf nach einem Getümmel im Sechzehner ins Kreuzeck (93.). Zuvor musste der Rieder Grassler mit Gelb-Rot (89.) vorzeitig unter die Dusche.

T-Mobile-Bundesliga - 1. Runde

Austria Wien - SV Ried 2:0 (0:0)
Tore: 1:0 (58.) Gilewicz, 2:0 (93.) Hopfer.
Austria: Mandl - Dospel, Akoto, Ratajczyk, Dheedene - Janocko (87. Hopfer), Flögel, Michael Wagner, Panis - Rushfeldt (57. Linz), Gilewicz (73. Helstad)
Ried: Oraze - Feichtinger, Lesiak, Steininger - Darazs (59. Laimer), Angerschmid, Drechsel (8. Kührer), Grassler, Ortlechner (80. Radovic) - Sidibe, Akagündüz
Gelb-Rot: Grassler (89./Foul)
Gelbe Karten: Ratajczyk, Panis, Flögel bzw. Feichtinger, Angerschmid, Radovic

Die weiteren Spiele

Sturm Graz - Rapid Wien 0:4 (0:1)
SW Bregenz - GAK 2:2 (1:1)
SV Pasching - FC Kärnten 3:0 (0:0)
VfB Admira Wacker Mödling - SV Salzburg 1:0 (1:0)

Programm der zweiten Runde

Dienstag, 16. Juli:
19.30 FC Kelag Kärnten - FK Austria Memphis Magna
Wörthersee-Stadion, SR Lehner

Mittwoch, 17. Juli:
18.00 SV Wüstenrot Salzburg - SK Puntigamer Sturm Graz
Casino Stadion, SR Stuchlik

19.30 Liebherr GAK - SV PlusCity Pasching
Arnold-Schwarzenegger-Stadion, SR Falb

19.30 SK Rapid Wien - VfB Admira/Wacker Mödling
Ernst-Happel-Stadion, SR Schüttengruber

19.30 SV Josko Ried - Casino SW Bregenz
Stadion Ried, SR Mostböck

8.7.2002 12:51