Südafrikaner Els gewann erstmals British Open
- Tiger Woods nur auf Rang 28
- "Ich habe alles abgehakt, es ist vorbei"

Ernie Els ist aus dem Schatten von Tiger Woods getreten. Der Südafrikaner hat im "sudden death" nach vier Extralöchern zum ersten Mal die British Open der Golfprofis gewonnen. Vor 50.000 Zuschauern auf dem Par 71-Kurs im schottischen Muirfield besiegte der zweifache US-Open-Gewinner den krassen Außenseiter Thomas Levet (Frankreich) mit einem Putt zum Par am 18. Grün. Zuvor waren Stuart Appleby (Australien) und Steve Elkington (USA) nach vier Extra-Löchern ausgeschieden. Das Quartett war nach vier Runden mit jeweils 278 Schlägen gleichauf gelegen.
Vor zwei Jahren war der 32-jährige Els in St. Andrews noch Zweiter hinter Woods geworden, der diesmal mit 284 Schlägen über den 28. Rang nicht hinaus kam. Ein "schwarzer Samstag" mit 81 Schlägen (schlechteste Runde seiner Profikarriere) hatte dem Weltranglisten-Ersten die Chance auf den noch nie erreichten Grand-Slam geraubt. US-Open und US-Masters hatte Woods heuer schon gewonnen. Zum Abschluss rehabilitierte er sich mit einer 65er-Runde, nur einen Schlag über dem Platzrekord von Colin Montgomerie.
Woods reiste vor Siegerehrung ab
Der 26-jährige Woods verließ Schottland noch bevor die Siegerehrung begonnen hatte. "Ich habe alles abgehakt. Es ist vorbei. Ich bin fertig damit. Manchmal verlieren Medien und Öffentlichkeit den Blick dafür, wie schwierig es ist, überhaupt ein Major zu gewinnen", meinte Woods in einem Fernseh-Interview, "immer wenn man eins gewinnt, ist es ein besonders erfolgreiches Jahr. Ich habe zwei gewonnen."
Dritter Major-Titel für Els
Für Els erfüllte sich nach fünfjähriger Frustration als "Ewiger Zweiter" der Traum vom dritten Major-Titel seiner Karriere. Nach dem dramatischen Finale und der Nerven aufreibenden Nachspielzeit von 90 Minuten im ältesten Golfclub der Welt warf der Johannesburger seine Mütze vor Freude in die Luft und ließ sich von Levet auf die Schulter heben. Dann stieß er nach 276 Schlägen (70+66+72+69) triumphierend den "Claret Jug" (Silberner Rotweinkrug) in den strahlend blauen Himmel an der Nordsee. Els, der seit 1997 zehn Top-Ten-Plätze in den vier Major-Turnieren belegt hatte, während Woods sieben davon gewann, kassierte 1,095 Millionen Euro.
British Open im Stechen entschieden
Die 82 Konkurrenten fanden nach dem problematischen Samstrag (Regen, Wind) wieder faire Verhältnisse vor, die Els mit vier Birdies bis zum zwölften Grün zu einer Führung von zwei Schlägen ausbaute. Als der Schwung-Ästhet ("The Big Easy") sich mit einem brillanten Schlag aus dem Bunker "tot" an die Fahne aus der größten Bredouille retten konnte, schien die Partie entschieden. Doch nach diversen individuellen Fehlern fand sich das Quartett im Stechen wieder zusammen.
Ergebnisse 131. British Open
1. Ernie Els (RSA) 278 (70-66-72-70) nach vier Extralöchern am ersten sudden-death-Loch
2. Thomas Levet (FRA) 278 (72-66-74-66)
. Stuart Appleby (AUS) 278 (73-70-70-65)
. Steve Elkington (AUS) 278 (71-73-68-66)
5. Gary Evans (GBR) 279 (72-68-74-65)
. Padraig Harrington (IRL) 279 (69-67-76-67)
. Shigeki Maruyama (JPN) 279 (68-68-75-68)
8. Peter O'Malley (AUS) 280 (72-68-75-65)
. Scott Hoch (USA) 280 (74-69-71-66)
. Retief Goosen (RSA) 280 (71-68-74-67)
. Thomas Björn (DEN) 280 (68-70-73-69)
. Sergio Garcia (ESP) 280 (71-69-71-69)
. Sören Hansen (DEN) 280 (68-69-73-70)
weiter:
28. u.a. Tiger Woods (USA) 284 (70-68-81-65)
