Samstag, 13. Juli 2002

Safari-Rallye: 25. WM-Sieg für Colin McRae

  • Stohl bei 20. Kenia-Start Gesamt-Elfter und 2. der Gruppe N

Der Schotte Colin McRae und sein Beifahrer Nicky Grist haben am Sonntag zum dritten Mal nach 1997 und 1999 die berühmt-berüchtigte Safari-Rallye in Kenia gewonnen und damit den insgesamt 25. WM-Erfolg gefeiert. Damit ist der Ford-Focus-Pilot nun wieder alleiniger Rekordsieger vor dem vierfachen finnischen Champion Tommi Mäkinen und dem Spanier Carlos Sainz (beide je 24).

Die Österreicher Rudi Stohl und Chris Wikus landeten im Mitsubishi Carisma GT auf dem elften Rang und schafften damit bei Stohls 20. und letztem Start in Kenia in der Gruppe N mit Platz zwei den Sprung aufs Stockerl.

McRae verbesserte sich durch den zweiten Saisonerfolg mit 30 Punkten auf den zweiten Rang der WM-Gesamtwertung, Spitzenreiter bleibt trotz seines Ausfalls der finnische Peugeot-Pilot Marcus Grönholm mit 37 Zählern. Nach den insgesamt zwölf Schotterprüfungen verwies McRae das finnische Peugeot-Duo Harri Rovanperä/Risto Pietiläinen um 2:50,9 Minuten klar auf Platz zwei. Platz drei ging mit einem Rückstand von bereits 18:38,6 Minuten nach knapp 2.500 Kilometern an die Safari-Debütanten Thomas Radström/Denis Giraudet (Schweden/Frankreich) im Citroen Xsara. In der Marken-WM führt Titelverteidiger Peugeot klar mit 83 Punkten vor Ford mit 69 Zählern.

"Das war die härteste Safari, die ich je gefahren bin. Daher ist dieser Sieg einer meiner schönsten, auch deswegen, weil es mein 25. war", freute sich McRae im Ziel in Kenias Hauptstadt Nairobi. "Ford hat mir ein sehr zuverlässiges Auto gegeben. Das und auch meine Taktik, nicht Vollgas zu fahren, waren der Schlüssel zum Sieg. Am Ende bin ich sehr vorsichtig gefahren." Mit der selben Taktik war auch der 55-jährige Wiener Stohl erfolgreich und machte mit seiner insgesamt zwölften Zielankunft zum krönenden Abschluss das Safari-Dutzend voll.

Die Safari-Rallye wurde beim goldenen Jubiläum ihrem Ruf als härtester WM-Lauf mehr als gerecht. Auf den ersten zwei der drei Etappen schieden die Favoriten gleich reihenweise aus. Mäkinen, Sainz und der amtierende Weltmeister Richard Burns aus England mussten ihre fahrbaren Untersätze vorzeitig abstellen. Von den ursprünglich 48 am Freitagmorgen gestarteten Teams kamen nur zwölf Fahrzeuge ins Ziel. Nach der teils massiven Kritik auch seitens der Hersteller steht die legendäre Safari-Rallye vor einer unsicheren Zukunft, nicht zuletzt auch wegen wegen finanzieller Probleme.

13.7.2002 08:31