"Ach, wirklich?" - Chirac reagierte cool auf Attentat
- Ermittlungen: Attentat geplant - im Internet angekündigt!
- Plus: Die Bilder - So überwältigte die Polizei den Täter!
Frankreichs Präsident Chirac reagiert ruhig auf das Attentat. Als er von dem Anschlagsversuch informiert wurde, hat Chirac lediglich "Ach, wirklich?" geantwortet, so Innenminister Sarkozy. Unterdessen ergaben die Ermittlungen, dass der Anschlag geplant war. Der Attentäter hatte seine Tat im Internet angekündigt. Ein mutiger Tourist stoppte den 25-jährigen Neonazi! Mit Hilfe anderer Zuschauer konnte er Maxime Brunerie überwältigen.
Der Rechtsradikale, der am Sonntag einen Anschlag auf den französischen Präsidenten Jacques Chirac versuchte, war bei den Gemeindewahlen 2001 Kandidat der rechtsextremen Nationalen Republikanischen Bewegung (MNR) des früheren Le-Pen-Stellvertreters Bruno Megret (MNR). Der 25-jährige Maxime Brunerie stand auf der Liste der MNR an siebenter Stelle im 18. Stadtbezirk von Paris, berichtete die französische Tageszeitung "Liberation". Megret erklärte, seine Partei habe mit dem Anschlag nichts zu tun. Seine Partei habe "jede Form von Extremismus und Aktionismus immer abgelehnt" und verurteile diese "schändliche Tat".
Brunerie befand sich am Montag weiterhin in der psychiatrischen Abteilung der Pariser Polizeipräfektur. Er hatte kurz vor der Militärparade zum 14. Juli am Pariser Triumphbogen mit einem Karabiner auf Chirac gezielt, der in einem offenen Militärwagen vorbeifuhr. Zuschauer der Parade entrissen Brunerie das Gewehr, aus dem ein Schuss abgefeuert wurde. Durch den Schuss wurde niemand verletzt.
Attentäter gestand: "Wollte den Präsidenten töten"
Im Verhör legte Brunerie noch Sonntagabend ein Geständnis ab. "Ich wollte den Präsidenten umbringen und meinem Leben ein Ende setzen", sagte er laut Polizei. Den Behörden war seit 1997 bekannt, dass er an Treffen von Neonazis teilnahm. Die Waffe hatte er in einem Gitarrenkasten zu der Militärparade gebracht. Nach Angaben der Polizei befand sich Chirac aber nicht in Schussweite. Innenminister Nicolas Sarkozy ordnete eine Untersuchung der Sicherheitsmängel an.
Wie die Polizei mitteilte, feuerte der Mann mindestens einen Schuss ab, kurz nachdem Chirac vorbeigefahren war. Der Schuss ging in die Luft, verletzt wurde niemand. Der 25 Jahre alte Schütze wurde festgenommen. Dabei hat der Neonazi versucht, sein Gewehr gegen sich selbst zu richten, sagte der Minister für Lokalverwaltung, Patrick Devedjian, am Sonntag.
Innenminister: Außer Schuss-Reichweite
Bei dem Anschlagsversuch hat der mutmaßliche Attentäter außerhalb der tödlichen Reichweite seiner Waffe geschossen. Der 25-Jährige Neonazi habe sich zum Zeitpunkt der Schussabgabe "etwa 150 Meter" von Chirac entfernt aufgehalten, betont der französische Innenminister Nicolas Sarkozy. Mit den verwendeten Patronen des Typs .22 Long Rifle besteht jedoch nur bis etwa 25 Meter Entfernung Lebensgefahr. Der Attentäter verschoss die Munition aus einem Karabiner.
Der Student Maxime Brunerie habe insgesamt fünf Geschosse im Magazin seiner Waffe gehabt, teilte Sarkozy weiter mit. Nach dem ersten Schuss habe ein nebenstehender Zuschauer der Parade zum Nationalfeiertag den Lauf des Gewehres nach oben gedreht, woraufhin drei weitere Schaulustige Brunerie überwältigten. Fünf Polizisten seien sofort darauf auf den Studenten zugestürmt, hätten ihn am Boden festgehalten und ihm Handschellen angelegt. Dabei habe Brunerie immer wieder gerufen, er habe den Präsidenten und sich selbst umbringen wollen, fügte Sarkozy hinzu.
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