Sharon stimmt Treffen von Peres mit Palästinensern zu
- Knesset-Präsident Burg: Israel braucht Hilfe von außen

Israels Ministerpräsident Ariel Sharon hat doch noch einem weiteren Treffen von Außenminister Shimon Peres mit palästinensischen Ministern zugestimmt. Wie das Büro des Regierungschefs am Sonntag in Jerusalem bekannt gab, erteilte Sharon die Erlaubnis für ein Treffen in den kommenden Tagen. Am Samstag hatte Peres offenbar auf Druck von Sharon ein geplantes Treffen mit einer palästinensischen Ministerdelegation abgesagt. Nach Angaben aus Regierungskreisen fürchtete Sharon eine Aufwertung der Autonomiebehörde und von Palästinenserpräsident Yasser Arafat.
Das angekündigte Gespräch wäre das zweite zwischen Israelis und Palästinensern seit der palästinensischen Kabinettsreform Anfang Juni. Anfang vergangener Woche war Peres mit dem neuen palästinensischen Innenminister Abdel Rasak el Jahija, dem Chefunterhändler und Minister Saeb Erakat sowie Finanzminister Salam Fajad zusammengekommen. Der palästinensische Informationsminister Yasser Abed Rabbo hatte die Gespräche anschließend als unbefriedigend bezeichnet.
Nach Ansicht des israelischen Parlamentspräsidenten Avraham Burg benötigen Israel und die Palästinenser Hilfe von außen, um aus der Spirale von Gewalt und Hass zu herausfinden. "Beide Seiten brauchen Hilfe, damit sie sich selbst helfen können", sagte Burg am Sonntagabend nach einem Treffen mit Osama el Bas, dem politischen Berater des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak.
"Ich vertrete hier nicht die Position meiner Regierung, sondern die Stimme des Volkes", sagte der Knesset-Präsident, "und die Mehrheit der Israelis will Frieden". El Bas erklärte seinerseits: "Menschen wie Avraham Burg können eine Atmosphäre schaffen, in der es möglich ist, einen Fortschritt hin zu Stabilität in der Region zu erreichen." Präsident Mubarak empfängt an diesem Montag in Alexandria den israelischen Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer.
Am Abend erschossen israelische Soldaten im nördlichen Gazastreifen einen 27-jährigen Palästinenser. Im Flüchtlingslager von Balata im Gazastreifen wurde ein Palästinenser getötet, der offenbar versucht hatte, einen israelischen Soldaten zu erstechen. In einem Gerichtsgebäude in Chan Junis im Westjordanland wurde ein ein wegen Kollaboration mit Israel verurteilter Palästinenser getötet. Der 44-Jährige kam ums Leben, als das Gebäude wegen eines israelischen Luftangriffs geräumt wurde. Aufgebrachte Prozess-Zuschauer nutzten die Verwirrung und töteten ihn.
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