Samstag, 13. Juli 2002

Angriff islamischer Extremisten in Kaschmir: 27 Tote

  • Blutiger Terror gegen die Bevölkerung
  • Folgenschwerster Überfall seit Mai

Nach dem Überfall mutmaßlicher islamischer Extremisten auf ein Armenviertel im indischen Teil Kaschmirs ist die Zahl der Toten auf 27 gestiegen. Unter den Opfern seien 13 Frauen und ein Kind, teilte die Polizei in der Winterhauptstadt Jammu am Sonntag mit. Von den 35 Verletzten schwebten nach Angaben von Ärzten neun immer noch in Lebensgefahr.

Laut Polizei stürmten am Samstagabend drei bis fünf als hinduistische Geistliche verkleidete Männer das Stadtviertel Qasim Nagar, warfen Granaten auf Menschengruppen und schossen wahllos auf Passanten. Anschließend stürmten sie zwei kleine Tempel und flohen schließlich in ein Waldgebiet. Die Fahndung nach den Attentätern blieb zunächst ohne Erfolg. Die Behörden machten die in Pakistan ansässige Gruppe Lashkar-e-Taiba für die Tat verantwortlich.

Neu Delhi vermutet die Unabhängigkeitskämpfer auch hinter einem Anschlag auf das indische Parlament im Dezember, bei dem 14 Menschen getötet wurden, und der zu erheblichen militärischen Spannungen zwischen den benachbarten Atommächten Indien und Pakistan führte. Das überwiegend hinduistische Indien und das moslemische Pakistan streiten seit mehr als einem halben Jahrhundert um Kaschmir. Indien wirft Pakistan vor, moslemische Rebellen in Kaschmir im Kampf gegen die indische Armee zu unterstützen.

13.7.2002 20:14