Samstag, 13. Juli 2002

Anschlag auf Touristen: 9 Verletzte

  • Österreicherin in Pakistan verletzt
  • 15 Verdächtige in Haft

Der Schock sitzt zu tief: Die bei einem Anschlag im Norden Pakistans verletzten Urlauber kehren in ihre Heimat zurück. Die gesamte Reise sei abgebrochen worden, sagte der Reiseveranstalter. Die genauen Hintergründe zu dem Anschlag sind noch immer unklar. Die pakistanische Polizei fahndet nach dem Reiseleiter der Gruppe. Polizeisprecher Rao Amin Hashim erklärte, der Mann sei kurz nach der Explosion verschwunden.

Das staatliche Fernsehen berichtete, 16 Verdächtige seien zum Verhör festgenommen worden. Bei dem Anschlag im Norden des Landes wurden am Samstag zwölf Menschen verletzt, darunter sieben Deutsche, ein Österreicher und ein Slowene.

Der Kleinbus mit den insgesamt 21 Touristen hielt gerade an einer archäologischen Stätte, als es zu der Explosion kam. Haschim und ein Vertreter des Inneministeriums erklärten, wahrscheinlich sei eine Granate auf den Bus geworfen worden. Der Vorfall ereignete sich in Mansehra, rund 280 Kilometer nördlich von Peshawar. Die Stadt liegt an der alten Seidenstraße, dort gibt es Inschriften aus dem dritten Jahrhundert vor Christus aus der Zeit von König Ashoka, dem bedeutendsten Herrscher der altindischen Maurya-Dynastie.

Wie es hieß, war die von Polizisten eskortierte Gruppe auch durch die Stadt Balakot gefahren, wo die radikalislamische Gruppe Jaish-e-Mohammed ein Ausbildungslager unterhielt. Ob diese oder eine andere fundamentalistische Gruppe etwas mit dem Anschlag zu tun hat, war nicht klar.

Nach dem Anschlag wurde die gesamte Reise abgebrochen. Ursprünglich wollte die Gruppe weiter nach China fahren. Der Veranstalter strich Pakistan auf unbestimmte Zeit aus seinem Programm.

Österreich will nach dem Anschlag seine Reisewarnung zunächst nicht verschärfen. Dies erklärte der Geschäftsträger in Islamabad, Konsul Christian Wohlmutter. Klar sei, dass in Pakistan "eine Terrorgefahr existiert". Die durch Glassplitter verletzte Österreicherin - zunächst war von einem Mann die Rede gewesen - sei mittlerweile wohlauf und habe sich mit zwei Mitbürgern zum Abbruch der Studienreise entschlossen. Insgesamt gehören der 27-köpfigen Gruppe fünf Österreicher an.

13.7.2002 16:31