Venezuela: 600.000 protestieren gegen den Präsidenten
- Opposition droht mit Generalstreik
- Putschversuch scheiterte vor drei Monaten
600.000 Menschen gingen auf die Straße! Ihr Protest richtet sich gegen den venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez. Jetzt hat die größte Arbeitnehmervertretung des Landes mit einem unbefristeten Generalstreik gedroht. Forderung: Chavez soll gehen!
Das Volk verlange den Rücktritt des Staatsoberhauptes, erklärte der Vorsitzende des Venezolanischen Gewerkschaftsdachverbands, Carlos Ortega, am Donnerstagabend in Caracas. Zu größeren Ausschreitungen kam es bei den Demonstrationen drei Monate nach dem gescheiterten Putschversuch gegen Chavez nicht.
Die Gewerkschaften, die den Kurs des Präsidenten ablehnen, hatten Anfang April schon einmal einen Generalstreik ausgerufen. In dessen Verlauf kam es am 11. April zu Unruhen, denen 18 Menschen zum Opfer fielen. Daraufhin wurde die linksgerichtete Regierung unter Chavez vom Militär abgelöst, nach nur drei Tagen wurde der Präsident jedoch von loyalen Truppen wieder in sein Amt eingesetzt. Allerdings blieb das Land auch anschließend tief gespalten, zumal die Wirtschaftskrise immer spürbarer wurde.
Bei der größten Protestkundgebung seit den Unruhen vom 11. April gedachten die Demonstranten am Donnerstag der 18 Opfer. Tausende Anhänger von Chavez zogen derweil vor dessen Amtspalast und organisierten mehrere Gegenveranstaltungen. Nationalgarde und Polizei hatten schon früh Posten bezogen, um Zusammenstöße zu verhindern. Chavez rief beide Seiten in einer Fernsehansprache zu Ruhe und Ordnung auf.
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