Gibraltar: Gespräche London-Madrid gescheitert
- Wiederaufnahme möglicherweise im September

Die Verhandlungen zwischen Spanien und Großbritannien über die Zukunft von Gibraltar sind nach Ansicht des höchsten politischen Vertreters der britischen Kolonie gescheitert. Peter Caruana, der Erste Minister (Regierungschef) der Kolonie: "Sie haben es versucht, aber sie sind gescheitert."
Caruana rief den britischen Außenminister Jack Straw auf, den Fehlschlag nun auch öffentlich einzugestehen. Straw wollte sich am Nachmittag im Londoner Parlament zum Stand der Verhandlungen äußern.
Eine für diesen Freitag in Madrid geplante Gesprächsrunde war wegen der dortigen Regierungsumbildung von der neuen spanischen Außenministerin Ana Palacio kurzfristig abgesagt worden. Möglicherweise könnten die Verhandlungen erst im September wieder aufgenommen werden, hieß es dazu. Ursprünglich hatten sich beide Seiten das Ziel gesetzt, den 300 Jahre alten Streit über den "Affenfelsen" noch in diesem Sommer zu beenden.
Caruana, der die Verhandlungen stets boykottiert hatte, sagte der BBC: "Es geht jetzt nur noch darum, wie der Prozess am besten begraben werden kann." Die 30.000 Einwohner Gibraltars sind gegen jede Abtretung von Hoheitsrechten an Spanien. Sie streben stattdessen das Recht auf Selbstbestimmung an, ohne aber ihre engen Beziehungen zu London aufzugeben.
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