Neue Hormonfunde in Zutaten für Erfrischungsgetränke
- Zuckersirup aus Belgien belastet
- EU ruft Expertenkommission ein

Der Hormon-Skandal um verseuchte Nahrungsmittel zieht immer weitere Kreise. In Belgien wurden nun auch Spuren von Hormonen in Zutaten für Erfrischungsgetränke gefunden, wie die Behörden in Brüssel mitteilten.
Die belgischen Gesundheitsbehörden hatten die EU-Kommission darüber unterrichtet, dass in Erfrischungsgetränken das Hormon MPA gefunden worden sei. Zwei von 21 Proben seien positiv gewesen. MPA (Medroxyprogesteronazetat) ist in den USA und in Australien als Wachstumshormon in der Tierzucht zugelassen, in der EU jedoch verboten. In der Medizin wird das Hormon zur Schwangerschaftsverhütung eingesetzt.
Spuren des Hormons wurden nach Angaben der belgischen Behörde in Glukosesirup des Unternehmens Bioland gefunden, das sowohl eine Lizenz zur Produktion flüssigen Zuckers als auch zur Herstellung von Futtermitteln besitze. Die positiven Proben stammten aus Lieferungen des vergangenen Jahres. Betroffene Erfrischungsgetränke seien nicht länger im Handel, betonte die Aufsichtsbehörde. Coca Cola Belgien erklärte in einer Stellungnahme, es habe keine Zutaten des Unternehmens Bioland bezogen.
Bioland hat seinen Sitz im belgischen Arendonk und ist in niederländischem Besitz. Bei dem Hormon handelt es sich um denselben Schadstoff, der in den Niederlanden über Tierfutter an Schweine verfüttert wurde. Diese belasteten Schweine waren zum Großteil nach Deutschland exportiert worden.
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