Dienstag, 9. Juli 2002

Weltbevölkerung wächst bis 2015 auf sieben Milliarden

  • Knappe Ressourcen und Zunahme der Migration

Spätestens im 2015 leben sieben Milliarden auf der Welt - diese Zahl nennt die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung zum Weltbevölkerungstag am 11. Juli. Erst im Oktober 1999 war der sechsmilliardste Mensch symbolisch begrüßt worden.

Es hänge von den Zuwachsraten in den bevölkerungsstärksten Ländern Indien und China sowie von Afrika ab, ob die Menschheit den nächsten Milliardenschritt schon in den nächsten neun Jahren machen werde.

In China wird das Bevölkerungswachstum nach Angaben der Stiftung bis zum Jahr 2050 voraussichtlich zum Stillstand kommen. Die Entwicklung in Indien sei dagegen noch offen, obgleich dort die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau in den letzten Jahren auf 3,2 zurückgegangen sei.

Die Stiftung erwartet, dass die Bevölkerung in Afrika bis zum Jahr 2050 voraussichtlich um eine Milliarde auf 1,8 Milliarden zunehmen wird. Das Wachstum bleibe hoch, obgleich fast jeder zehnte Erwachsene mit dem Aids-Virus infiziert sei. "Das schnelle Bevölkerungswachstum kann von armen Ländern allein nicht bewältigt werden. Der Druck auf die ohnehin schwachen Sozialsysteme und knappe Ressourcen wie Land oder Wasser erhöht sich erheblich", erklärte der Geschäftsführer der Deutschen Stiftung für Weltbevölkerung, Hans Fleisch. Wer die Lebensbedingungen in diesen Ländern verbessern und dem steigenden Migrationsdruck entgegenwirken wolle, dürfe das Bevölkerungswachstum nicht aus den Augen verlieren.

9.7.2002 16:31