Vizepremier Özkan und Kulturminister Talay gehen
- Weitere Minister der Ecevit-Partei könnten folgen
- Rufe nach Neuwahlen nun noch lauter

Die Krise in der türkischen Regierungsmannschaft verschärft sich zusehends: Der stellvertretende türkische Regierungschef Husamettin Özkan hat nun seinen Rücktritt eingereicht. Er legte auch alle seine Ämter in der Demokratischen Partei der Linken (DSP) nieder. Özkan galt als einer der engsten Vertrauten von Regierungschef Bülent Ecevit und als dessen möglicher Nachfolger. Auch Kulturminister Istemihan Talay habe seinen Hut genommen, berichtete der türkische Fernsehsender NTV. Weitere Minister der DSP könnten folgen.
Beobachter rechneten damit, dass Özkans Entscheidung, Rufe nach vorgezogenen Neuwahlen und einem Rücktritt Ecevits lauter werden lässt. Ecevit hatte scharfe Kritik an seinem DSP-Stellvertreter Özkan geübt. Sein Vize habe nichts gegen die "Kampagne seiner Kritiker" gesagt, sagte Ecevit am Sonntagabend im Nachrichtensender CNN-Türk.
Ecevit steht derzeit wegen seiner angeschlagenen Gesundheit massiv unter Druck. Sein Koalitionspartner, die ultrarechte Partei des "Nationalistischen Aufbruchs" (MHP) leitete am Dienstag das Verfahren für die Ausrufung von vorgezogenen Neuwahlen ein. Noch Anfang September soll eine Sondersitzung der Nationalversammlung stattfinden, bei der das Parlament aufgelöst werden soll.
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