Kärntner Krebs-Arzt enthaftet
- Untersuchungsrichter sah keinen Haftgrund vorliegen

Wegen nicht mehr vorliegender Haftgründe ist am Freitag am Landesgericht Klagenfurt der bekannte Frauenarzt Eberhard Ceipek enthaftet worden. Dem Arzt wird vorgeworfen, Krebsabstriche zahlreicher Frauen nicht zur Untersuchung an Labors weitergeleitet zu haben.
Staatsanwalt Joachim Riepl erhob gegen diese Entscheidung von Untersuchungsrichter Franz Müller Beschwerde.
Patientinnen gestorben
Weil Müller weder Flucht-, noch Verdunkelungs-, noch Tatbegehungsgefahr weiter vorliegen sah, gab er dem Antrag von Ceipeks Verteidiger Hans Gradischnig statt. Inzwischen wurde von der Kärntner Gebietskrankenkasse ein Schaden von über 40.000 Euro ermittelt. Der Staatsanwaltschaft liegen mehrere Anzeigen vor, laut denen Frauen an nicht erkanntem Gebärmutterhalskrebs verstorben sein sollen.
Riepl: "Ich gehe davon aus, dass der Arzt bald wieder in Haft genommen wird." Die Vorwürfe lauten immerhin auf gewerbsmäßig schweren Betrug und vorsätzliche Gemeingefährdung und sind mit bis zu zehn Jahren Haft bedroht. Der Arzt war im Juni auf Grund einer Anzeige des Landes Kärnten festgenommen worden, als sich im Zuge einer Studie über Gebärmutterhalskrebs in Kärnten gezeigt hatte, dass drei Frauen erkrankt waren, die bei ihm in Behandlung waren.
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