Donnerstag, 11. Juli 2002

Japanisches Kaiser-Paar zu Besuch in Österreich

  • Die Bilder vom großen Empfang!
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Japans Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko sind am Samstagvormittag zu einem viertägigen Besuch in Österreich, der dritten und vorletzten Station ihrer Europareise, eingetroffen. Willkommen geheißen wurde das Kaiserpaar bei seiner Ankunft im Flughafen Wien-Schwechat im Namen der Bundesregierung von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V). Derzeit empfängt Bundespräsident Klestil den hohen Besuch in der Hofburg.

Kaiserwetter war nicht angesagt, als das japanische Kaiserpaar Samstag Nachmittag von Bundespräsident Thomas Klestil im Inneren Burghof in Wien mit militärischen Ehren begrüßt wurde. Doch der wolkenverhangene Himmel und das Donnergrollen im Hintergrund konnten die Begeisterung der über tausend versammelten Schaulustigen nicht trüben. Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko absolvieren bis Dienstag im Rahmen einer Reise durch vier europäische Staaten eine viertägige Visite in Österreich. Es ist der erste Besuch eines Tenno in Österreich.

Pünktlich um 15.00 Uhr entstieg das Kaiserpaar im Inneren Burghof der schwarzen Limousine, am Fuße des roten Teppichs hieß Gastgeber Thomas Klestil die Staatsgäste willkommen. Die Kaiserin und die First Lady präsentierten sich farblich abgestimmt, beide im beigen Kostüm, Michiko trug ein beiges Hütchen, Margot Klestil-Löffler einen fliederfarbenen blumengeschmückten Hut.

Nach Schätzungen der Polizei hatten sich mindestens tausend Schaulustige versammelt, unter ihnen zahlreiche japanische Touristen mit Kindern, die Fähnchen in den Farben Japans schwenkten. Die Menge klatschte, als das offizielle Programm - Abschreiten der Ehrenkompanie, Abspielen der Nationalhymnen - vorüber war. Die Kaiserin schenkte dem Publikum ein sanftes Lächeln und winkte ihren Landsleuten zu.

Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko waren zu Mittag, aus Warschau kommend, zum ersten Besuch eines japanischen Staatsoberhauptes in Österreich auf dem Flughafen Wien-Schwechat eingetroffen, wo sie von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein willkommen geheißen wurden. Das Kaiserpaar erwidert den Staatsbesuch, den Bundespräsident Klestil im Juni 1999 dem "Land der aufgehenden Sonne" abstattete. Ungewöhnlich ist laut Beobachtern die Tatsache, dass der Tenno einen Staatsbesuch bereits im Zeitraum von drei Jahren erwidert.

An die offizielle Begrüßung und die Vorstellung der Delegationen im Burghof schloss sich ein erster Meinungsaustausch zwischen den beiden Staatsoberhäuptern in den Räumen der Hofburg an. Während der Visite werden der Tenno und seine Gemahlin ein umfangreiches Besichtigungs- und Kulturprogramm in der Bundeshauptstadt absolvieren.

Besichtigung von Schloss Schönbrunn
Am späteren Samstagnachmittag stand noch eine Besichtigung des Schlosses Schönbrunn in Begleitung des Bundespräsidenten und seiner Frau auf dem Programm des Kaiserpaares. Sonntag werden die Staatsgäste die Sammlungen der Österreichischen Galerie im Schloss Belvedere besichtigen. Der Montag wird neben der Fortsetzung des Meinungsaustausches zwischen dem Kaiser und Klestil im Zeichen der Musik stehen: Die Wiener Sängerknaben und das Quintett der Wiener Philharmoniker geben Konzerte für die kaiserlichen Gäste.

Das hohe Ansehen der japanischen Kaiserfamilie
Die kaiserliche Familie genießt in Japan hohe Wertschätzung, besonders in der älteren Bevölkerung. Zwar ist die Separierung des Kaisers vom politischen Tagesgeschehen und die Konzentration auf konfliktfreie Themen in Japan Staatsräson, doch sind gerade Akihito und Michiko wegen ihres unprätentiösen Auftretens und ihrer bescheidenen Lebensweise im Volk sehr populär. Nach dem Tod der Kaiserinmutter Kojun (Nagako) - Gemahlin des verstorbenen Kaisers Showa (Hirohito) - im Vorjahr hat auch eine zaghafte Aufarbeitung der jüngeren Zeitgeschichte und der Rolle des Tenno im Zweiten Weltkrieg begonnen.

11.7.2002 13:37