Mittwoch, 10. Juli 2002

Ferrero zweifelt an der FP-Linie bei EU-Erweiterung

  • Zur Vetodrohung: "Habe eben eine andere Art des Arbeitens"

In einem Interview im morgen erscheinenden NEWS findet Benita Ferrero-Waldner (ÖVP) wenig schmeichelhafte Worte für die Europapolitik der Freiheitlichen Partei. So meint die Außenministerin, man könne sich nicht sicher sein, ob die FPÖ die EU-Erweiterung tatsächlich mitmache.

Es sei von Tschechien nicht zuviel verlangt, anzuerkennen, dass die Vertreibungen und Enteignungen unrecht waren, sagt die Außenministerin. "Das alles wird man aber nicht erreichen, wenn man bei schwierigen Verhandlungen mit dem Megafon arbeitet." Auf den Einwand, man könne den Eindruck haben, die FPÖ wähle mit den Veto-Drohungen genau diesen Weg der scharfen Worte, sagt Ferrero-Waldner wörtlich: "Ich habe eben eine andere Art des Arbeitens. Ich arbeite lösungsorientiert. Wenn andere glauben, sie müssen mit dem Megafon nach Tschechien hinüberschreien - bitte. Jeder kann sagen, was er will. Aber die Arbeit habe schließlich ich zu machen. Man soll mich so arbeiten lassen, wie ich es machen will." Dies gelte für alle, auch für den Koalitionspartner.

"Nicht sicher, ob FPÖ bei Erweiterung mitmacht
Und auf die Frage, ob sie, Ferrero, sich sicher sei, dass die FPÖ bei der EU-Erweiterung mitmache, sagt die Außenministerin: "Völlig sicher kann man nie sein. Unser Teil der Regierung ist hier sicher positiver eingestellt. Die FPÖ ist hier kritischer. Bisher haben wir immer eine Lösung gefunden. Ich hoffe, das bleibt so."

Das gesamte Interview mit Ferrero-Waldner lesen Sie im aktuellen NEWS

10.7.2002 13:37