Dienstag, 9. Juli 2002

Tester fanden heraus: Kinderplanschbecken sind giftig!

  • Gift löst sich durch Sonneneinstrahlung
  • Auch mit dem Mund aufblasen ist giftig

Kinderplanschbecken aus Plastik sind giftig! Konsumentenschützer der Zeitschrift "Öko-Test" haben erhoben bei einem Test von 15 Produkten, dass vor allem durch die Sonnenebestrahlung Giftstoffe in größerem Umfang gelöst werden. Selbst das Aufblasen mit dem Mund kann giftig sein.

Das Wasser muss deswegen wenigstens alle zwei Tage gewechselt werden. Zu den unvermeidbaren Keimen kommen laut Verbraucherschützern noch gefährliche Chemikalien, die sich aus dem Material der Becken lösen können. Viele Kinder-Pools sind der Zeitschrift Öko-Test (Juli-Ausgabe) zufolge stark belastet: Die Kleinen könnten mit dem Badewasser "einen Giftcocktail" schlucken.

Alle 15 im Labor untersuchten Becken enthielten laut Öko-Test Weichmacher (Phthalate). Sie werden eingesetzt, um das PVC, aus dem alle Pools bestehen, geschmeidig zu machen, stehen aber im Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen. Zusätzlich wirken sie im Körper wie weibliche Hormone. In der Herstellung von Spielzeug für Kleinkinder sind Weichmacher mittlerweile verboten.

In zwölf Produkten sei zudem Dibutylzinn (DBT) festgestellt worden, in sechs Becken Tributylzinn (TBT), beides sehr giftig. Solche zinnorganischen Verbindungen können möglicherweise das Immun- und Hormonsystem beeinträchtigen. In vier Pools wurde das Nervengift Blei gefunden.

Kein einziges Becken positiv bewertet
"Wenn sich das Wasser durch die Sonne erwärmt, lösen sich besonders viele Schadstoffe", warnte die Chemikerin Beate Bruns. Kein einziges Becken erhielt von den Verbraucherschützern eine bessere Note als "ausreichend", zehn Mal wurde ein "Nicht genügend" vergeben. Besonders hoch mit Schadstoffen belastet seien sehr billige Produkte.

Rat der Tester: Beim Wasserwechsel sollte das Becken ausgewischt werden. Dann trocknen lassen und erst kurz vor dem nächsten Badespaß frisches Wasser einfüllen.

9.7.2002 11:54