Stadler kritisiert "übergestülpte Befreiungsideologie"
- "1945 angeblich von Faschismus und Tyrannei befreit"
Es war Anfang Juli: Da vertrat der Volksanwalt eine, wie er selbst sagte, "etwas gelassenere und differenziertere Betrachtungsweise" hinsichtlich der "Befreiungsideologie, die uns übergestülpt wird", im ORF-"Report": Österreich habe die "wirkliche Freiheit" nicht mit dem Ende des Nazi-Regimes 1945. Sondern erst mit dem Abzug der Alliierten 1955 wieder erlangt. Der Selbstständigkeit sei die Besetzung 1938 genauso abträglich gewesen wie die Besetzung 1945 durch die alliierten Mächte.
Er erklärte dies, nachdem er auf eine Aussage seinerseits angesprochen wurde, die bei einer Sonnwendfeier mitgeschnitten wurde. Dort hatte er erklärt: Österreich sei "1945 - und das ist zur Staatsideologie geworden - angeblich vom Faschismus und der Tyrannei befreit worden". Er ergänzte auch: Österreich sei 1994 von der Selbstständigkeit befreit worden, als das Land entschied, in die EU einzutreten.
Zu seiner Aussage über 1945 meinte Stadler im "report"-Interview: Viele Menschen in Ostösterreich hätten die Maitage 1945 nicht als Befreiung, sondern als Wechsel der Besatzung empfunden. Für die Menschen damals seien Austrofaschismus und Nationalsozialismus "hausgemachte Angelegenheiten" gewesen, aber "dass russische Besatzungsmächte hier gewütet haben, war damals fast ein Kulturschock. So muss man das sehen." Er, so Stadler auf Nachfrage, würde von Nationalsozialismus oder der Besatzung durch die Alliierten "keines vorziehen" - und was schlimmer war, wolle er "heute nicht bewerten. Für viele waren die Nazis schlimer, für andere das Sowjetregime. Für mich ist das egal, ich sehe es nur gelassener."
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