Montag, 8. Juli 2002

Starker Anstieg bei Heim und Freizeitunfällen

  • 805.000 Unfälle im Jahr 2001 - davon 70 % Freizeitunfälle
  • Alarmierender Anstieg von Invalidität

Bedrohlicher Anstieg bei Freizeit-Unfällen: Insgesamt kam es 2001 zu 805.000 Unfälle. 70 Prozent davon fallen in die Kategorien Heim, Freizeit und Sport. Das zeigt die vom Institut "Sicher Leben" und der Hauptverband der Sozialversicherungsträger präsentieren die Unfallstatistik 2001. Die aktuelle Bilanz macht deutlich, dass vor allem im "Privatbereich" Präventivmaßnahmen unzureichend sind. Besonders alarmierend ist der Anstieg von Invalidität nach schwersten Verletzungen.

Bereits 8.800 Menschen jährlich tragen Dauerschäden nach Verletzungen davon, rund zwei Drittel dieser schweren Verletzungen sind auf Tätigkeiten zu Hause und in der Freizeit zurückzuführen, geben "Sicher Leben" und der Hauptverband der Sozialversicherungsträger bei einer Pressekonferenz bekannt.

Besonders gefährdet: Kinder und Senioren
Heim- und Freizeitunfälle legen im 5-Jahresvergleich bei allen Indikatoren (Verletzte, Dauerschäden, Spitalsfälle, Getötete) zu. Mit einem Prozent fiel die Zunahme bei den tödlichen Unfällen am geringsten aus, dennoch starben aber 1.481 Menschen aufgrund von Unfällen im Heim-, Freizeit- und Sportbereich. "Das ist vergleichbar mit dem Untergang der Titanic - und das jedes Jahr", verdeutlicht Dr. Rupert Kisser, Leiter des Institutes "Sicher Leben". Hauptbetroffene sind vor allem ältere Menschen und Kinder.

Bei den Senioren verunfallten 1.020 im Privatbereich tödlich (ohne Verkehrsunfälle) und - besonders tragisch - 62 Kinder. Für Kinder sind Unfälle damit Todesursache Nummer 1. Die dramatische Zunahme bei den Freizeitunfällen ist zum Großteil auf ältere Menschen zurückzuführen. Kisser führt diesen Umstand vor allem auf die Bevölkerungsentwicklung zurück: "Unsere Gesellschaft wird immer älter, aber Bauwerke, Verkehrsmittel, Haushaltsgeräte sind auf Junge zugeschnitten. Weiters gibt es einen Trend zu einer aktiv gestalteten Freizeit.

Weniger Tote, aber mehr Invalide
Eine erfreuliche Entwicklung ist der Rückgang der tödlichen Unfälle im Gesamtunfallgeschehen, dem steht aber eine massive Zunahme der Dauerschäden gegenüber. Bei den Freizeitunfällen stieg die Invaliditätsrate in 5 Jahren sogar um 64 Prozent! "Weniger Tote durch Unfälle sind natürlich in jedem Fall begrüßenswert. Aber auch schwere Verletzungen bringen viel Leid - und es muss gesagt werden - auch hohe Kosten für das Gesundheitswesen."

8.7.2002 10:44