Montag, 1. Juli 2002

Italienische Inseln führen "Touristensteuer" ein

  • "Numerus Clausus" gegen Massentourismus
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Die italienischen Kleininseln starten eine Offensive gegen den Massentourismus. Die Äolischen Inseln nördlich von Sizilien, die Insel Maddalena vor den Küsten Sardiniens und die Insel Tremiti vor Apulien haben dieser Tage eine "Touristensteuer" eingeführt, um die Kassen aufzufüllen. Jeder Besucher, der per Schiff auf die Inseln gelangt, muss außer der Fahrkarte auch eine "Eintrittssteuer" von drei Euro zahlen.

"Der Beitrag der Touristen hilft uns, die Insel sauber zu halten und sie besser zu bewerten. Bisher hat sich noch niemand beklagt", sagen die Lokalverwalter der Insel Tremiti.

"Niemand will die Touristen ausbeuten. Sie lasten aber auf der Insel und sollten daher für den Ausbau der Infrastruktur und Dienstleistungen mitzahlen", meinte ein Sprecher des Gemeinderats der Insel Maddalena. "Wir wollen für einen besseren Umweltschutz sorgen, dies wird uns helfen, weitere Touristen anzuziehen. Die Kosten des Massentourismus sind für eine kleine Mittelmeerinsel enorm. Daher müssen wir den Zustrom der Besucher strenger regeln", fügte er hinzu.

Probleme dieser Art haben auch die Inseln Ischia, Favignana und Ponza, die die Einführung der "Island Tax" ab dem kommenden Jahr erwägen. Gegen die Steuer ist der Bürgermeister von Capri, Federico Costantino. "Eine Steuer von ein Paar Euro genügt nicht, um den Massentourismus zu bremsen. Seit Jahren klagen wir wegen der exzessiven Zahl von Touristen im Sommer in Capri. Meiner Ansicht nach müsste man eine Art von Numerus Clausus einführen", sagte Costantino.

Gegen die Steuer wehrt sich noch die Insel Elba vor den Küsten der Toskana. Laut Giovanni Ageno, Bürgermeister der Ortschaft Portoferraio (Elba) ist die Steuer ein Affront gegenüber den Touristen. "Besucher kommen aus der ganzen Welt, um unsere Insel zu besuchen, wir können sie nicht ausbeuten", so Ageno.

1.7.2002 17:25