Tragödie (So, ZDF, 0.05 Uhr)
Laurence Fishburne als "Mohr von Venedig"...
Venedig 1570, Vollmond, eine sternenklare, helle Nacht: Desdemona (Jacob), Tochter eines angesehenen Edelmannes, trifft sich heimlich mit dem gefeierten schwarzen Kriegshelden Othello (Fishburne).
Die beiden lieben einander inbrünstig, doch zieht ein düsterer Schatten übers junge Glück. Der hinterhältige Jago (Branagh) ist stinksauer auf Othello, weil dieser statt ihm den charmanten Cassio (Parker) zum Leutnant seines Vertrauens erkoren hat, und beschließt, seinen Herrn zu vernichten. Jago spinnt ein Netz von Intrigen, ausgerichtet auf ein Kernziel: Othello soll immer mehr an Desdemonas Treue zweifeln. Wie’s der Teufel haben will, fällt der heißblütige Mohr tatsächlich auf die Lügen rein …
Shakespeare fürs MTV-Zeitalter: Othello trägt coole Ohrringe sowie eine trendy Glatze, und der knisternd gefilmte Sex zwischen ihm und Desdemona dürfte Pubertierenden die Verlegenheitsröte ins Gesicht treiben. Mit derlei „modischen“ Freiheiten kann man aber ebenso leben wie mit der Straffung des Bühnenstücks auf 120 Kinominuten: Die bewegenden Monologe sind enthalten, zudem agieren die Darsteller 1a – auch für Literaturmuffel ein Erlebnis.

