Wirtschaftsprüfer stimmt Fortführungsplan für Libro zu
- Gläubiger zahlen drauf: Es bleibt nur eine Miniquote
- Plus: Die Liste der Schließungen!
Libro und Amadeus bleiben vorerst definitiv weiter offen. Der Wirtschaftsprüfer Kurt Bernegger hat dem Libro-Fortführungskonzept bis Herbst in einer Marathonsitzung zugestimmt. 28 Filialen werden allerdings geschlossen. Die Vermieter haben die Kündigungsschreiben bereits in Händen.
Mit der Zustimmung des Wirtschaftsprüfers steht der in Konkurs befindlichen Buch- und Medienhandelskette die mit den Konsortialbanken ausgehandelte Kreditlinie von 11,5 Mill. Euro sofort zur Verfügung.
Die Löhne und Gehälter für die rund 2.300 Mitarbeiter im Umfang von rund 7 Mill. Euro werden in voller Höhe zunächst vom Insolvenzfonds ausbezahlt. Dieser sollte den Betrag als bevorrechteter Gläubiger vollständig zurück bekommen, vorausgesetzt, es ist ausreichend Masse vorhanden. Mit den Lieferanten wurde wie berichtet eine Kreditierung von 25 Prozent des Einkaufswertes vereinbart.
Vorerst keine Kündigungen
Bei rund 30 der insgesamt 246 Libro-Filialen wurden die Mietverträge bereits aufgekündigt. In diesen Filialen wird ab Montag ein Filialabverkauf durchgeführt werden. Kündigungen wird es vorerst nicht geben. Nach Abschluss des Filialverkaufs werden die betroffenen Mitarbeiter in anderen Filialen eingesetzt.
Bei Masseverwalter Viehböck haben mittlerweile 12 Interessenten angekündigt, bis 19. Juli ein Offert abgeben zu wollen. Allerdings dürfte sich bis jetzt keiner gefunden haben, der die gesamte Handelsgruppe (Libro und Amadeus) haben will. Seit Anfang der Woche können Interessenten in den Datenraum und können sich auch bei Libro-Vorstand Werner Steinbauer informieren. Unter den Interessenten, so heißt es, seien einige, die schon einmal dabei waren, allerdings seien jetzt die finanziellen Voraussetzungen besser.
Miniquote für Gläubiger
Für die Libro-Gläubiger wird es jedenfalls nur eine Miniquote geben. Der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) schätzt, dass sich die Betroffenen mit einer einstelligen Quote im unteren Bereich zufrieden werden geben müssen.
Die nächste Gläubigerausschusssitzung findet am kommenden Montag statt. Der Chef des Schreibwarenherstellers Brevillier Urban Günter Brightwell wurde per 1. Juli als Sprecher der Lieferanten neu in den Gläubigerausschuss bestellt.
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