Spanien: Skandal um abgewiesene Jobanwärter
- Supermarktkette bewertete lediglich nach Aussehen
- "Sieht aus wie ein Indio", "Sie ist dick und hat Pickel", ...

Mit fremdenfeindlichen Kommentaren wie "hässliche Zigeunerin", "Er sieht aus wie ein Indio" oder "dunkelhäutiger, dicker Ausländer" hat eine große Supermarktkette in Madrid dutzende Jobanwärter abgewiesen. Eine Radio-Reporterin fand in einem Müllsack am Straßenrand die Bewerbungsunterlagen von 250 Interessenten - samt der Notizen des Interviewers.
Die Bewerber - es ging um Jobs wie Kassiererin, Lagergehilfe oder Fahrer - wurden lediglich nach ihrem Aussehen bewertet.
"Sieht aus wie ein Junkie"
In den Unterlagen finden sich Anmerkungen wie "Sie hat das Gesicht einer kleinen Sau", "Sie ist dick, hat Pickel und Damenbart", "Südamerikaner, Hautfarbe wie Kaffee mit wenig Milch", "Sieht aus wie ein Junkie" oder "Erst 26 und schon geschieden". Über eine leukämiekranke Anwärterin heißt es: "Strahlenbehandlung, in zwei Monaten wird sie wieder Haare haben, ansonsten gut aussehend".
Supermarktkette: "Irrtum"
Die Supermarktkette machte für den "fürchterlichen Irrtum" einen bereits entlassenen Mitarbeiter der Personalabteilung verantwortlich und versicherte, in dem Unternehmen werde niemand diskriminiert.
Die Betroffenen reagierten bestürzt, zumal in den gefundenen Unterlagen sämtliche Personendaten samt Foto und Adresse erscheinen. "Ich habe mich total geschämt und mich noch nicht einmal getraut, es meiner Familie zu erzählen", sagte eine junge Frau, über die es hieß: "Völlig durchgeknallt, Vater vermutlich Alkoholiker." Der Datenschutzbeauftragte leitete eine Untersuchung ein.
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