Mittwoch, 3. Juli 2002

Anlageberater schädigte Raiffeisen um bis zu 8 Mio. €

  • Langjähriger Mitarbeiter in Bischofshofen fristlos entlassen

Fristlos entlassen wurde ein Anlageberater des Salzburger Raiffeisenverbandes aus Pfarrwerfen (Pongau). Er soll die Raiffeisenkasse Bischofshofen durch riskante und spekulative Wertpapiergeschäfte in den vergangenen zwei Jahren um sechs bis acht Millionen Euro geschädigt haben.

"Er hat sämtliche bankinternen Kontroll-Mechanismen umgangen", bestätigte Raiffeisen-Generaldirektor Manfred Holztrattner.

Kunden brauchen nicht um Geld zu fürchten
Die genannte Schadenssumme wurde in Wertpapieren gehandelt. "Wie viel an Schaden überbleibt, wird sich erst in einem Jahr herausstellen. Das hängt von den Kurswerten ab", erklärte Holztrattner. "Ich rechne mit rund einer Million Euro". Ob auch Kundenkonten betroffen sind, müsse noch geprüft werden. "Der entstandene Schaden geht zu Lasten der Raika, die Kunden brauchen nicht um ihr Geld fürchten", betonte der Generaldirektor.

30 Jahre lange arbeitete der ca. 50-Jährige bei der Raiffeisenkasse und galt im Pongau als Wertpapier-Experte. "Leider ist der Mann auch ins Casino gegangen und hat dort Geld verspielt", sagte Holztrattner. "Wir verstehen nicht, wie das passieren konnte. Er muss verrückt geworden sein". Der Ex-Banker sei vorübergehend in der Salzburger Nervenklinik behandelt worden. Die strafrechtliche Verfolgung wurde bereits eingeleitet.

3.7.2002 09:54