Vivendi-Aktie nach Herabstufung im freien Fall
- "Le Monde": Medienkonzern wollte Bilanz 2001 schönen
- Vivendie widerspricht Bilanz-Vorwürfen entschieden.

Die Aktie des französisch-amerikanischen Medienkonzerns Vivendi Universal ist am Dienstag in den freien Fall übergegangen und am Mittwoch weiter abgestürzt: Der Anteilschein fiel erst um 34,31 Prozent, dann am Mittwoch noch einmal um fast 15 Prozent.
Spekulationen über Finanzmanipulationen und Zahlungsschwierigkeiten haben den Kurs nach Händlerangaben unter Druck gesetzt. Die französische Großbank BNP Paribas, einer der Großaktionäre und Gläubiger des Medienkonzerns, dementierte unterdessen, dass eine Liquiditätskrise vorliegt. Auf der Verwaltungsratssitzung am Mittwoch soll der Rücktritt von Vivendi-Chef Jean-Marie Messier entgegengenommen werden. Als Nachfolger gilt Jean-René Fourtou, Vizechef des Aufsichtsrats von Aventis.
Das Papier lag gegen 12.30 Uhr bei nur noch 15,70 Euro, nachdem die Kreditwürdigkeit Vivendis von der Ratingagentur Moody's herabgestuft worden war. Zusätzlich lastete ein Zeitungsbericht auf der Aktie des in schweren Turbulenzen befindlichen Unternehmens: "Le Monde" berichtete aus ihrer Mittwochsausgabe, Vivendi Universal habe die Bilanz 2001 um 1,5 Mrd. Euro schönen wollen. Der Konzern sei erst von der Pariser Börsenaufsicht COB gestoppt worden. Diesem Gerücht widerspricht Vivendi in einer Aussendung ganz entschieden.
Junk Bond
Moody's kündigte an, dass eine weitere Abstufung bevorstehen könne. Die Vivendi-Aktie gilt aus Sicht der Agentur als "junk bond" oder "verdorben". Diese Einstufung ist für einen internationalen Großkonzern äußerst selten. Vivendi-Chef Jean-Marie Messier hatte der Tageszeitung "Le Figaro" vom Dienstag bestätigt, dass er seinen Posten in dieser Woche zur Verfügung stellt.
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