Arbeitslosigkeit im Juni dramatisch gestiegen!
- 191.687 Arbeitslose im Juni - 29.000 mehr als 2001
- Kinder- und Karenzgeld schönt Beschäftigungsstatistik

·Eurozone
Im Mai 8,3 Prozent Arbeitslose
·Info-Grafik
Die Arbeitslosigkeit in Europa
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Österreich hat sich auch im Juni fortgesetzt. Mit 191.687 Jobsuchenden lag die Arbeitslosigkeit im Juni um 28.672 Personen oder um 17,6 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Die SPÖ sieht darin eine Katastrophe - in den Augen der ÖVP sind es gute Nachrichten. Es gäbe schließlich 8.430 Arbeitsplätze mehr.
Im Mai und im April 2002 hatte der Zuwachs 33.000 bzw. 39.700 betragen. Gegenüber dem Vormonat nahm die Arbeitslosigkeit saisonbedingt um 16.173 Betroffene oder um 7,8 Prozent ab, teilte das Wirtschafts- und Arbeitsministerium mit.
Mehr unselbständig Beschäftigte
Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten lag Ende Juni mit 3,181 350 um 8.430 oder um 0,27 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gegenüber Mai erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten saisonbedingt um 25.156 Personen oder um 0,80 Prozent.
Karenzgeld schönt Statistik
Die Beschäftigungsstatisitk wird durch die hohe Zahl der Karenzgeld- und Kindergeldbezieherinnen geschönt. In den Juni-Zahlen enthalten sind 78.636 Karenz- und Kindergeldbezieher gegenüber 58.891 Betroffene vor einem Jahr. Rechnet man die Differenz von rund 20.000 Mütter bzw. Väter heraus, würde die Zahl der Beschäftigten sinken.
Die vorläufige nach EU-Kriterien ermittelte Arbeitslosenquote in Österreich blieb im Juni gegenüber Mai mit 4,1 Prozent unverändert. Nach nationaler Berechnung erhöhte sich die Arbeitslosenrate gegenüber dem Vorjahr von 5,9 auf 6,8 Prozent. Im Mai d.J. betrug die Rate ebenfalls 6,8 Prozent.
Frauen kommen besser weg
Geschlechtsspezifisch betrachtet fiel bei den Frauen der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr wesentlich geringer aus als bei den Männern. Während die Zahl der weiblichen Jobsuchenden "nur" um 12,7 Prozent auf 9.965 Betroffene anstieg, mussten die Männer ein Plus von 22,1 Prozent auf 18.707 Jobsuchende verkraften.
Jugendliche am schlimmsten betroffen
Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren alle Alters- und Berufsgruppen betroffen. Nach Alter gab es den stärksten Anstieg bei den Jugendlichen von 15 bis unter 25 Jahren mit einem Plus von 22,6 Prozent oder plus 5.364 Betroffenen. Bei den 25- bis unter 45-Jährigen betrug der Zuwachs 17,1 Prozent oder 14.595 Personen. Bei den 45- bis 50-jährigen nahm die Arbeitslosigkeit um 22,1 Prozent oder um 3.550 Betroffene zu. Die Altersgruppe der 50-Jährigen und Ältere meldete einen Zuwachs um 13,7 Prozent oder um 5.163 Jobsuchende.
Im Dienstleistungssektor waren im Juni 97.149 Personen ohne Arbeit, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus um 19,7 Prozent entspricht. Im Produktionsbereich nahm die Arbeitslosigkeit um 19,5 Prozent auf 57.630 Betroffene zu und in den Saisonberufen waren mit 36.723 Arbeitslosen um 9,7 Prozent mehr Personen ohne Job.
Größter Anstieg: Oberösterreich
Regional nahm die Arbeitslosigkeit in allen Bundesländern zu. Am stärksten war der Anstieg in Oberösterreich (+26,3 Prozent), gefolgt von Vorarlberg (+23,8 Prozent), Salzburg (+20,9 Prozent) und Wien (plus 17,9 Prozent).
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