Eklat: Steinwurf auf die Weltmeister
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Mit einem Eklat ist der triumphale Empfang für die Fußball-Weltmeister in Brasilien zu Ende gegangen. Als die müden Stars ihre Siegesfahrt durch die Straßen von Rio de Janeiro am Mittwoch um zwei Uhr morgens (Ortszeit) nach knapp 20-stündigen Feiern vorzeitig abbrachen, wurde ihr Bus von hunderten von Fans mit Steinen beworfen. Es gab Überfälle, Schlägereien und Verletzte. Die Polizei hatte größte Mühe, die enttäuschten Massen in den Stadt-Vierteln in Ruhe nach Hause zu leiten. Zuvor war die "Selecao" in Brasilia und Rio von Millionen friedlich bejubelt worden. Eine Frau zog sich vor dem Regierungspalast zu Ehren der Champions sogar aus.
In Rio ging nach Polizeischätzung rund eine Million Menschen auf die Straßen, um die Fahrt ihrer Idole auf Musik-Lkws, auf denen auch mehrere national bekannte Sänger auftraten, im Stadtzentrum und entlang der Strandviertel zu verfolgen. Zu Samba-Rhythmen wurde ein wahrer "Winter-Karneval" veranstaltet. Wegen des großen Auflaufs verzögerte sich die Fahrt jedoch erheblich. In drei Stunden konnten statt der vorgesehenen 27 nur 5 Kilometer zurückgelegt werden. Kurz vor der Copacabana wurde die Fahrt dann frühmorgens abgebrochen.
Trotz einer Entschuldigung von Teamkapitän Cafu und Trainer Luiz Scolari bewarfen Fans den Mannschaftsbus mit Steinen - mindestens drei Scheiben gingen dabei zu Bruch. Es kam auch zu einigen Unruhen und Überfällen. "Wir haben die Lage aber inzwischen unter Kontrolle", versicherte ein Polizeisprecher. Die Delegation flog unterdessen nach Sao Paulo weiter, wo geplante Feiern im "Karnevalsstadion" wegen der Ausschreitungen jedoch vor der Absage standen. "Was in Rio geschah, ist unglaublich", klagte Sao Paulos Bürgermeisterin Martha Suplicy.
Ohne Probleme war der erste Empfang in Brasilia über die Bühne gegangen. Dort waren Ronaldo, Rivaldo und Co. von der laut Polizei "größten Menschenansammlung in der Geschichte der Hauptstadt" enthusiastisch gefeiert worden. Flugzeuge der Luftwaffe, die die Team-Maschine der Flug-Gesellschaft Varig eskortiert hatten, schrieben in den blauen Himmel den Willkommensgruß "E Penta" ("Es ist der Fünfte") - gemeint war der fünfte WM-Titel des Rekordchampions. Cafu stieg als Erster mit dem WM-Pokal in den Händen aus. Im Regierungspalast Planalto ehrte Präsident Fernando Cardoso die Weltmeister mit Medaillen des Verdienstordens für die Republik.
"So etwas erlebt man im Leben nur einmal", sagte Rivaldo. Sturm-Kollege Ronaldo, der beide Tore zum 2:0-Finalsieg über Deutschland erzielt hatte, meinte sichtlich bewegt: "Das war unglaublich, so einen Empfang hätte ich in Brasilia niemals erwartet. Jetzt erst wissen wir, was der WM-Titel bedeutet". "Wir feiern seit 45 Stunden", rechnete derweil Tormann Marcos bereits in Brasilia vor. Er konnte sich beim Präsidenten-Empfang vor Müdigkeit kaum noch auf den Beinen halten, dabei standen ihm noch die Partys in Rio und Sao Paulo bevor.
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