Auf Zahl 3.964 und WM-Traditionen weiter Verlass
- Brasilien durchbrach zum zweiten Mal "Kontinental-Regel"
- "Rematch-Sieger-Regel" besitzt weiter ihre Gültigkeit
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WM-Wissenschaft vom Feinsten: Auf die Zahl 3.964 und zwei historische Traditionen - die "Kontinental- und Rematch-Sieger-Regel" - ist bei der Fußball-WM weiter Verlass. Auch 2002 bestätigten sich diese historischen WM-Gesetze.
Brasilien hat am Sonntag in Yokohama mit dem 2:0-(0:0)-Finalerfolg über Deutschland nach dem WM-Titel 1958 in Schweden nun bei der ersten WM in Asien den zweiten Titel auf einem fremden Kontinent geholt. Die europäischen Teams müssen dagegen weiter warten, die Kontinentalregel zu durchbrechen, da Deutschland nach Mexiko 1986 nun zum zweiten Mal scheiterte, ein Finale auf einem fremden Erdteil zu gewinnen.
Rematch-Sieger Brasilien auch Weltmeister
Brasilien führte ebenso die Tradition der Gewinner der "WM-Rematches" fort. Fünf Mal ist es bisher der Fall gewesen, dass zwei Teams bei einer WM-Endrunde gleich zwei Mal aufeinander trafen, wobei sich der Sieger des zweiten Duells stets den Titel sicherte. Bereits drei Mal schafften die Ballzauberer aus Südamerika dieses Kunststück: 1962 in Chile siegten die Brasilianer nach einem 0:0 in der Gruppenphase im Finale 3:1 gegen die Tschechoslowakei, 1994 in den USA zogen sie nach einem 1:1 in der Vorrunde mit einem 1:0-Halbfinalsieg gegen Schweden ins Endspiel ein, in dem sie dann im Elferschießen gegen Italien triumphierten. Und diesmal in Asien gab es in der Gruppe C ein 2:1 gegen die Türkei, die auch im Halbfinale mit 0:1 den Kürzeren zog.
Auch in den anderen beiden Fällen ohne brasilianische Beteiligung wurden die Sieger der Revanche Champion: 1954 setzte sich Deutschland in der Schweiz nach dem 3:8-Vorrunden-Debakel im Finale gegen den Topfavoriten Ungarn beim "Wunder von Bern" überraschend 3:2 durch, 1982 in Spanien besiegte der spätere Weltmeister Italien nach einem torlosen Remis in der Gruppenphase die Polen im Halbfinale 2:0.
3.964 - hohe Mathematik auf dem Fußballfeld
Und die Zahl 3.964 besitzt ebenfalls weiter Gültigkeit, wenn sich zwei Nachkriegs-Weltmeister in einem WM-Finale gegenüber stehen. Erstmals war dies 1986 der Fall, als sich Argentinien gegen Deutschland durchsetzte. Die Summe der beiden Jahre, in denen die Südamerikaner Weltmeister wurden - 1978 und 1986 -, ergibt nämlich 3.964. 1990 in Italien revanchierten sich dann die Deutschen, die davor zuletzt 1974 Champion geworden waren. Und auch in diesem Fall galt: 1974 + 1990 = 3.964!
1994 in den USA schlug die 3.964 zum dritten Mal in Serie zu, als Brasilien die nach dem Triumph von 1970 anhaltende Durststrecke ohne WM-Würde beendete. 1998 konnte die Regel dagegen nicht angewandt werden, da ja Frankreich erstmals den WM-Titel holte. Doch in Asien waren wieder zwei Nachkriegs-Champions im Endspiel, und erneut war auf die Zahlenspielerei Verlass. 3964 - 2002 = 1962, also genau jenes Jahr, in dem Brasilien in Chile Weltmeister wurde. Demnach müssten die Ballkünstler vom Zuckerhut in vier Jahren in Deutschland wieder zuschlagen, denn 3964 - 2006 = 1958. Und in diesem Jahr haben die Brasilianer ja bekanntlich erstmals die Kontinentalregel durchbrochen.
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