Weniger Teams, mehr Weltmeisterschaften
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Ivica Osim, der bei der am Sonntag beendeten Fußball-WM knapp drei Wochen lang in Japan zum Kreis der FIFA-Analytiker gezählt hatte, trat nach dem Ende des mehrwöchigen Turniers mit revolutionären Ideen auf den Plan. Der Coach von Sturm Graz plädierte in einem Gespräch mit der APA dafür, die Weltmeisterschaften in kürzeren Abständen mit weniger Teams durchzuführen und angesichts der mitunter krassen Fehlentscheidungen einiger Schiedsrichter zumindest in Spiel entscheidenden Situationen den Video-Beweis zuzulassen.
Die Idee einer WM alle zwei Jahre hatte FIFA-Präsident Joseph Blatter schon Anfang 1999 aufs Tapet gebracht, war damit aber - u.a. bei UEFA-Generalsekretär Gerhard Aigner - auf massiven Widerstand gestoßen. Kurze Zeit darauf erklärte dann Blatter, dass eine solche Idee für ihn bis auf weiteres kein Thema mehr sei. Sollte sie aber tatsächlich ernsthaft in Erwägung gezogen werden, wäre eine Realisierung erst in weiter Ferne denkbar. Deutschland veranstaltet die WM 2006 und Afrika soll 2010 an der Reihe sein.
Osim plädiert aber trotzdem für ein Abgehen vom aktuellen Vier-Jahres-Rhtyhmus und einer gleichzeitigen Reduktion der teilnehmenden Mannschaften. Seine Begründung: "Man sollte in kürzeren Abständen spielen, damit der Titel öfters auf dem Spiel steht. Vier Jahre sind ein zu langer Zeitraum." Außerdem plädierte der Sturm-Coach für eine "strengere Qualifikation, weil derzeit viele gute Mannschaften draußen bleiben". Außerdem hat er wie andere Experten auch festgestellt, dass etliche Kicker mit großen Namen und von großen Mannschaften "mental und physisch müde" zur WM gekommen sind.
Angesichts der Tatsache, dass der weltweite Fußball-Gipfel auch immer mehr zu einer Business-WM geworden ist, und in Anbetracht etlicher gravierender Fehlentscheidungen der Referees (vor allem Italien und Spanien wurden dadurch krass benachteiligt) tritt Osim auch für den Video-Einsatz im Fußball ein. "Man sollte den Video-Beweis in entscheidenden Situationen mehr benützen, denn Fehler sind einfach zu teuer geworden", sagt der Fußball-Philosoph aus Bosnien, für den manche Schiris eine Schwachstelle dieser WM waren. Sonst war aus seiner Sicht in Südkorea und Japan alles "reibungslos und korrekt".
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