Freitag, 5. Juli 2002

Salzburger blicken einer schwierigen Saison entgegen

  • Söndergaard schließt den Abstiegskampf nicht aus

Den Salzburger Fußball-Fans stehen wohl harte Zeiten ins Haus. Präsident Rudolf Quehenberger und Trainer Lars Söndergaard redeten bei der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz der Mozartstädter gar nicht lange um den heißen Brei herum. Auch ein harter Abstiegskampf wird für die Saison 2002/2003 keinesfalls ausgeschlossen. Quehenberger sprach von einer Platzierung zwischen sechs und neun, Söndergaard von den Rängen fünf bis sieben. "Wenn wir aber Ausfälle haben, dann wird es problematisch", fügte der Däne hinzu.

Söndergaard stehen 16 bis 17 Feldspieler zur Verfügung, von denen sind jedoch mit Thomas Hickersberger, Heimo Pfeifenberger und Julio Cesar Suazo derzeit drei verletzt. Mit Alexander Schriebl, eine der wenigen Offensivkräfte, muss noch fertig verhandelt werden. Damit hat Söndergaard für die Erstrunden-Partie am Mittwoch bei der Admira lediglich 13 Feldspieler zur Verfügung. Die drei Youngsters Manuel Rödl, Dominic Hassler und Ernst Öbster wurden mit Jungprofiverträgen ausgestattet.

Wirtschaftliche Probleme - die erhofften Sponsoren und Unterstützungen blieben aus - haben den anfänglichen Optimismus Quehenbergers stark gebremst: "Die Aktien sind eingebrochen, auch meine. Ich hab nicht mehr das Geld, das ich zusätzlich investieren kann. Ich bin bereit in die Zukunft zu investieren, aber nicht mehr für Verluste zuzuschießen", so der Salzburg-Boss, der allein in der vergangenen Saison 50 Millionen Schilling zur Deckung des Minus hingeblättert hatte. Für das Budget des neuen Spieljahres ist noch eine finanzielle Lücke zwischen ein und zwei Millionen Euro zu schließen.

Im Vorfeld der neuen Saison trat die Vereinsspitze an Spieler und Personal (insgesamt 58 Angestellte) heran, um über Gehaltsreduzierungen zu sprechen. "Zwei Drittel haben zugestimmt, mit dem Rest werden wir noch verhandeln. Ein Dank an die Spieler", erklärte der Präsident, der im Falle von mehreren Ausfällen schwarz sieht: "Es ist durchaus möglich, dass wir nächstes Jahr in der Ersten Division spielen. Wir setzen aber auf die Jugend."

Trainer Söndergaard zeigt Verständnis für die Probleme. "Man kann nicht bezahlen, was man nicht hat. Dieser junge Weg sollte zukunftsweisend für Salzburg und den österreichischen Fußball sein. Man muss aber Geduld haben."

5.7.2002 14:52