Dienstag, 2. Juli 2002

Lance Armstrong zum vierten Mal in Folge TdF-Sieger

  • 7:17 Minuten Vorsprung auf Beloki (ESP), Dritter Rumsas (LIT)
  • DURCHKLICKEN: Die Bilder von Armstrongs Triumphfahrt!

US-Präsident George Bush gratulierte dem Triumphator Lance Armstrong auf den Pariser Champs Elysees via Handy. Wenige Minuten, nachdem der 30-jährige Texaner die Tour de France zum vierten Mal in Folge seit 1999 gewonnen hatte, klingelte sein Telefon. "Komm ins Weiße Haus und bring dein Gelbes Trikot mit, sagte der Präsident. Er ist ein netter Bursch, ein Texaner wie ich", freute sich Armstrong über den prominenten Gratulanten nach seinem erneuten Höhenflug.

Die 89. Tour de France wurde für den vierfachen Gewinner zur Triumphfahrt. Für Erik Zabel endete hingegen am Sonntag die Tour nach insgesamt 3277 km mit einer Enttäuschung. Zum ersten Mal seit 1996 verpasste der Etappensieger von Alencon das Grüne Trikot des Punktebesten. "Mir bricht kein Zacken aus der Krone, wenn ich respektiere, dass einer besser war", kommentierte Zabel sportlich.

Der Bessere heißt Robbie McEwen. Der Australier bestätigte seine diesjährige Position mit dem begehrten Etappensieg auf den Champs Elysees, den er schon vor zwei Jahren geschafft hatte. Im Massensprint der 20. Etappe (144 km), die von Melun auf die Prachtstraße führte, verwies McEwen seinen Landsmann Baden Cooke und den Franzosen Damien Nazon auf die Ehrenplätze, die Zabel als Siebenter nach einem Fehler in der letzten Kurve deutlich verfehlte.

Wegen Armstrongs Dominanz, der vier Tagessiege verbuchte, verlief die Tour ohne Überraschungen. Bei seinem vierten Sieg in Folge konnte das Phänomen aus Texas seinen Abstand zum zweiten des Gesamtklassements zum dritten Mal vergrößern. Diesmal siegte er mit 7:17 Minuten vor dem Spanier Joseba Beloki, dem dritten der vergangenen beiden Jahre. Jan Ullrich, in diesem Jahr nicht dabei, fuhr 2001 in der Endabrechnung 6:44 Minuten (2000: 6:02) hinterher. Bemerkenswert der Litauer Raimondas Rumsas, der bei seinem Tour-Debüt gleich an die dritte Stelle (8:17 zurück) fuhr.

Nur der Kampf um das Grüne Trikot beherrschte die Schlussetappe. Beim ersten Zwischensprint nach 54 km überraschte McEwen Zabel und gewann mit einem langen Sprint von der Spitze. Damit war er in der Punktwertung um drei Zähler enteilt. Den zweiten Zwischensprint überließen die beiden den US-Postal-Fahrern Armstrongs. Damit musste der Schlussspurt die Entscheidung bringen. Im Vorjahr hatte Zabel McEwens Landsmann Stuart O'Grady im letzten Moment noch um zwei Punkte abgefangen. Diesmal hatte er im finalen Spurt keine Chance.

Supermann Armstrong, dem in der Anfangsphase (u.a. Niederlage im ersten langen Zeitfahren) von hoffnungsvollen Kontrahenten Schwächen nachgesagt wurden, schlug in den Pyrenäen zurück, beherrschte dann souverän das Geschehen. Mit seiner tollen Vorstellung beim 50 km-Zeitfahren am vorletzten Tag setzte der Amerikaner noch einen drauf. "Es war ein schwieriges Rennen in diesen drei Wochen. Ich bin froh, dass es vorbei ist", so Armstrong, der die Leistung seiner Mannschaft hervorhob. "Sie mussten härter als ich arbeiten", meinte er. Bei der Siegerehrung nahm er seine Baby-Zwillinge in die Arme, während Bergpreis-Sieger Laurent Jalabert gleich von seinen drei Kindern umringt wurde.

2.7.2002 12:28