Montag, 1. Juli 2002

Für gespaltenes Degenteam war bei EM nichts zu holen

  • Auftaktniederlage gegen Italien
  • Verband will sich von Trainer Konczalski trennen

Österreichs Degenteam der Herren hat am Samstag bei den Fecht-Europameisterschaften in Moskau gleich das erste Gefecht gegen Italien mit 39:45 verloren. Michael Switak, Marcus Robatsch, Christoph Marik und der eingewechselte Oliver Kayser verabschiedeten sich damit sang- und klanglos aus dem Bewerb, entscheidende Worte sollen aber bald fallen. Der Fechtverband wird sich laut ÖFV-Delegationsleiter Richard Martin wohl demnächst von Trainer Jerzy Konczalski trennen. Die Sportler seien in zwei Lager gespalten, mittlerweile höre nur noch Kayser auf Konczalski.

"So kann es nicht weitergehen, so hat das keinen Sinn, wir müssen möglichst schnell eine Lösung finden", erklärte Martin, der von einer Entscheidung noch vor den Weltmeisterschaften Mitte August in Lissabon spricht. Nach seinen Aussagen gäbe es zwischen Konczalski und dem Verband keinen Vertrag, eine Trennung sei jederzeit möglich. Martin: "Ich habe den Eindruck, dass das Verhältnis der Athleten untereinander gar nicht so schlecht ist, wenn Konczalski dem Team nicht mehr angehört, ist es sicher möglich, Kayser wieder in die Mannschaft zu integrieren."

Dieses Abschneiden bei der EM - im Einzel schieden Switak und Robatsch in der Vorrunde aus, Kayser verlor in der Runde der letzten 64, Marik wurde in der Runde der letzten 32 ausgeschlossen - entspreche keinesfalls dem Leistungsniveau der österreichischen Degenfechter. "Wir haben bei den Weltcups im Vorfeld ja gesehen, wie gut sie sind." Aber wenn nicht alle an einen Strang ziehen, seien Erfolge eben nicht möglich. "Wenn man gewinnen will, dann muss jeder hinter der Sache stehen und die Sportler an den Trainer glauben." Und das sei eben mit einer Ausnahme nicht mehr der Fall.

1.7.2002 11:44