Sonntag, 7. Juli 2002

In Italien erlebt diese Woche Streik-Chaos

  • Dienstleister streiken tageweise
  • Nur für Mittwoch keine Streiks angekündigt

Streikende Bahnbedienstete haben am Dienstag in Italien Duzende Züge zum Stillstand gebracht. Nach Angaben eines Sprechers der staatlichen Eisenbahngesellschaft war von der Arbeitsniederlegung von 9.00 bis 13.00 Uhr ungefähr ein Drittel der planmäßigen Zugverbindungen betroffen. Zu dem Ausstand hatte Italiens größte Gewerkschaft CGIL aufgerufen.

Die größte Gewerkschaft Italiens, CGIL, hat ihre Mitglieder in verschiedenen Bereichen zu jeweils vierstündigen Streiks aufgerufen: Die Seeleute auf den Fähren waren gestern dran - heute streiken die Eisenbahner! Der öffentliche Nahverkehr steht am Donnerstag. Die Flughafenarbeiter protestieren am Freitag.

Mit ihrem Protest steht die CGIL diesmal weitgehend allein da. Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte sich am Freitag mit den zwei anderen großen Gewerkschaften auf eine Reform verständigt. Das Abkommen, das die Gewerkschaften CISL und UIL mit der Regierung aushandelten, sieht unter anderem Steuererleichterungen für Bezieher geringerer Einkommen vor. Weiters sind Maßnahmen geplant, um die Schattenwirtschaft in die Legalität überzuführen und Infrastrukturmaßnahmen im unterentwickelten Süden zu erleichtern.

Am heftigsten umstritten sind nach wie vor jene Änderungen im Arbeitsrecht, die es kleineren und mittleren Firmen erleichtern sollen, neu eingestellte Arbeiter wieder schneller zu entlassen.

7.7.2002 20:54