Etwa 50 Verletzte bei Stiertreiben von Pamplona
- Drei Personen schwer verletzt
Bei dem ersten Stiertreiben der Saison in der nordspanischen Stadt Pamplona sind am Sonntag rund 50 Menschen verletzt worden, drei von ihnen schwer. Eine 19-jährige Amerikanerin (Bild), ein 20 Jahre alter Australier und ein 32-jähriger Spanier wurden von den bis zu 700 Kilogramm schweren Bullen auf die Hörner genommen und mussten mit klaffenden Fleischwunden in Krankenhäuser eingewiesen werden, wie das Rote Kreuz mitteilte. Ein 35 Jahre alter Brite zog sich zudem bei einem Sturz einen Nasenbeinbruch zu.
Mit rund sieben Minuten war der Lauf fast doppelt so lang wie üblich. Er war besonders gefährlich, weil die Kampfstiere auf der glitschigen Strecke ausrutschten oder sich von der Herde trennten, um auf einzelne Läufer loszugehen. Die am ersten Tag eingesetzten Stiere aus der Züchterei Domecq gelten als besonders aggressiv.
Bei dem Spektakel werden noch bis zum 14. Juli jeden Morgen je sechs Kampfstiere durch die engen Gassen der Altstadt bis in die Arena gejagt, wo sie abends von den Toreros getötet werden. Tausende von wagemutigen jungen Männern und Frauen laufen auf der 825 Meter langen Strecke vor ihnen her. Als einzige "Waffe" ist eine zusammengerollte Zeitung erlaubt.
Ursprung der Hatz ist eine Jahrhunderte alte Tradition: Früher wurden die Tiere von den Weiden in die Stadt getrieben. Das Fest zu Ehren des Schutzpatrons San Fermin war durch Ernest Hemingways Roman "Fiesta" (1926) weltberühmt geworden. Seit 1924 sind 13 Läufer tödlich verletzt worden.
Überschattet wurden die "Sanfermines" in diesem Jahr von einem politischen Streit. Die Ehre, die Rakete zur Eröffnung des Festes zu zünden, hätte diesmal eigentlich auf einen Stadtrat der Baskenpartei Batasuna (Einheit) entfallen müssen, die als politischer Arm der Untergrundorganisation ETA gilt. Die übrigen Parteien im Rathaus setzten die geltende Reihenfolge aber außer Kraft, so dass schließlich der 28-jährige Sozialist Roberto Jimenez die Rakete abschoss. Bei anschließenden Ausschreitungen von ETA-Anhängern wurden zwei Polizisten verletzt.
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