Sonntag, 7. Juli 2002

Mindestens 34 ukrainische Bergleute bei Feuer getötet

  • Leichen in 700 Metern Tiefe gefunden

Mindestens 34 ukrainische Bergleute sind bei einem Feuer im Kohlebergwerk der Stadt Selidowo nahe Donezk ums Leben gekommen. Rettungskräfte fanden die Leichen am Sonntag in einer Tiefe von fast 700 Metern, meldete die Agentur Itar-Tass. Alle Toten seien geborgen worden. Im Tagesverlauf hatte es noch Hoffnung gegeben, die Arbeiter könnten das in der Nacht zum Sonntag ausgebrochene Feuer unter Tage überlebt haben.

Zum Zeitpunkt des Brandes arbeiteten 114 Kumpel in der Mine. Einer von ihnen wurde am Abend noch vermisst, zwei weitere Bergleute wurden mit Vergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert. Sie waren in stabilem Zustand. Insgesamt 77 Kumpel konnten unversehrt gerettet werden.

Die Bergwerke in der Ukraine gehören wegen ihrer veralteten Technik zu den gefährlichsten der Welt. Die Opfer der Katastrophe erstickten wahrscheinlich an den giftigen Kohlendioxid-Dämpfen, die sich vom Brandherd aus im Stollen ausbreiteten. Wie es zu dem Feuer in dem Bergwerk im Donezk-Becken im Osten des Landes kommen konnte, war bis zum Abend unklar. Nach Berichten der Nachrichtenagentur Interfax war es an einem Förderband offenbar zu einer spontanen Entzündung von Kohlenstaub gekommen.

Rettungskräfte und Feuerwehr kämpften den ganzen Tag gegen die Flammen unter Tage an. Eine Regierungskommission zur Untersuchung des Unglücks unter der Leitung von Vize-Regierungschef Oleg Dubina wollte sich noch am Abend vor Ort ein Bild machen. Präsident Leonid Kutschma sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und stellte Soforthilfen in Höhe von insgesamt 750.000 Euro in Aussicht.

Insgesamt arbeiten rund 600.000 Bergleute in den ukrainischen Minen. Seit Anfang des Jahres starben bereits mehr als 40 Bergleute bei Unglücksfällen. Erst am Samstag mussten nach einem Feuer im Rodina-Bergwerk nahe Dnjeprpetrowsk 60 Kumpel evakuiert werden. Bei dem Vorfall war niemand verletzt worden.

7.7.2002 10:00