Afghanischer Vizepräsident Kadir erschossen
- Berichte über Drogenhandel und Stammesfehden
- Attentäter entkommen - 10 Leibwächter verhört
Anfang Juli verlor Präsident Hamid Karsai seinen wichtigsten Verbündeten: Vizepräsident Abdul Kadir wurde bei einem Attentat in Kabul erschossen! Bereits wenige Stunden nach dem Mord wurden Zweifel an einem politischen Hintergrund der Tat laut. Kadirs Tod könnte auch in Verbindung mit dem Drogenhandel oder einer Stammesfehde in der Provinz Nangarhar stehen. Zur Aufklärung des Mordes bat die Regierung die Afghanistan-Schutztruppe (ISAF) um Hilfe.
Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, die Ermittler gingen allen möglichen Motiven für die Tat nach. Ein westlicher Diplomat sagte, Kadir habe viele Feinde unter Drogenhändlern und Stammesführern in seiner Heimatprovinz Nangarhar gehabt. Kadir war Gouverneur der reichen Provinz, die ihren Wohlstand den vielen Mohnfeldern verdankt, der Grundlage für das Rauschgift Opium.
Kadirs Beamte beschlagnahmten vor wenigen Monaten das Rauschgift auf dem größten Opiummarkt in Nangarhar, Ghani Chiel. Gerüchten zufolge sollen sie aber lediglich 20 Prozent verbrannt und den Rest selbst verkauft haben, was die Drogenhändler aufbrachte. Anderen Berichten zufolge bereicherte sich Kadir durch Drogenhandel. Darüber hinaus habe er sich seit langem mit einem Stammesführer in Nangarhar befehdet, dessen Brüder von seinen Männer getötet wurden.
In Washington sprachen sich Politiker beider großen Parteien mit Blick auf das Attentat für ein stärkeres Engagement der USA in Afghanistan aus, um die Sicherheit in dem Land zu verbessern. Die USA müssten unter allen Umständen einen Rückfall in frühere Zeiten verhindern. Ihr Ansehen in der Region und der ganzen Welt stehe auf dem Spiel. Die US-Regierung wies dieses Ansinnen zurück. Die Bemühungen müssten sich darauf konzentrieren, die afghanische Armee auszubilden, erklärte der Sprecher des Weißen Hauses.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Mordalarm in Wien10:31
Zu Tode geprügeltMann sagte nach Schlägerei bei der Polizei aus - nun folgte die Rache
