Donnerstag, 4. Juli 2002

Ungarn: Anti-Regierungs-Demo gewaltsam aufgelöst

  • Kundgebungsteilnehmer drohen mit neuer Aktion

In Ungarn hat die Polizei eine Demonstration gegen die Regierung auf dem Budapester Kossuth-Platz am Donnerstagabend mit Tränengas und Gummiknüppel aufgelöst. Wie der ungarische Rundfunk meldete, trieb die Polizei die Demonstranten in mehrere Gruppen auseinander. Personen, die Widerstand leisteten, wurden abgeführt. Die Menge wich angesichts des starken Polizeiaufgebots zurück und schrie "Wir kommen wieder!"

Ab 17.00 Uhr hatte die Polizei die auf mehrere hundert Personen geschätzte Menge kontinuierlich aufgefordert, die illegale Demonstration zu beenden. Auch die Zusicherung von Straffreiheit konnte die Kundgebung nicht auflösen.

Die illegale Demonstration hatte 8.00 Uhr früh auf der Budapester Elisabeth-Brücke begonnen, wo rund 50 Demonstranten den Verkehr der Hauptstadt blockierten. Die Demonstranten forderten eine Neuzählung der Stimmen der Parlamentswahlen im Mai, die die konservative Partei des damaligen Premiers Viktor Orban verloren hatte. Nachdem die Polizei die Blockade beseitigt hatte, zogen die Demonstranten zum Kossuth-Platz. Inzwischen hatte der konservative Radiosender Pannonradio immer wieder aufgerufen, sich den Demonstranten anzuschliessen. Gegen die Organisatoren der Demonstration werden Verfahren wegen Missbrauch des Versammlungsrechtes eingeleitet. Parlamentspräsidentin Katalin Szili forderte die Parlamentsparteien auf, sich von dieser illegalen Aktion zu distanzieren.

4.7.2002 22:20