Petritsch sagt im Prozess gegen Milosevic aus
- Mehrere Treffen mit dem früheren Präsidenten

Der österreichische Diplomat Wolfgang Petritsch hat am Dienstag vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag im Prozess gegen den früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic ausgesagt. Petritsch war von September 1997 bis Juli 1999 österreichischer Botschafter in Belgrad und von Frühjahr 1998 bis Juli 1999 EU-Sonderbeauftragter für die Provinz Kosovo. Zu Beginn seiner Aussage bestätigte Petritsch mehrere Treffen mit Milosevic.
Noch mehr Kontakt habe er aber mit Mitarbeitern des Ex-Präsidenten gehabt. Dazu zählten der frühere jugoslawische Vizepremier Nikola Sainovic, der Milosevics wichtigster Kontaktmann für den Kosovo war, sowie der politische Berater Milosevic' Bojan Bugarcic. Petritsch war im Februar und März 1999 einer der drei Kopräsidenten der internationalen Kosovo-Friedenskonferenz. Die damaligen Friedensbemühungen der internationalen Staatengemeinschaft scheiterte am Widerstand Belgrads, danach begann die NATO ihre Luftangriffe auf Jugoslawien.
Vor Petritsch lud die Anklage am Dienstag den hohen serbischen Polizeifunktionär Dragan Karleusa vor das Tribunal. Er soll nach Belgrader Medienberichten über im Vorjahr in Serbien entdeckte Massengräber befragt werden, in denen sich die Leichen von mehr als 400 Menschen, mehrheitlich Kosovo-Albaner, befanden. Weitere Massengräber mit geschätzt weiteren 400-500 Opfern sollen auf dem Polizeiübungsgelände Batajnica bei Belgrad erst untersucht werden.
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