Freitag, 5. Juli 2002

Zugsunglück in Wampersdorf: ÖBB schwer belastet

  • Unvollständige Bremsprobe im letzten Waggon
  • Prozess möglicherweise noch in diesem Jahr

Sechs Menschen wurden getötet und weitere 16 zum Teil schwer verletzt - dies ist die Bilanz des Zugunglücks vom Wampersdorf vom 26. Februar dieses Jahres. Nun hat laut ORF heute, Freitag, der von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt beauftragte Gutachter die Ursache dafür gefunden: Eine unvollständig durchgeführte Bremsprobe durch einen ÖBB-Bediensteten.

Drei Wochen nach dem Zugsunglück hatte die Gendarmerie Anzeige gegen einen 50-jährigen Verschubmeister erstattet. Diesem wird vorgeworfen, dass er den Güterzug abfahren ließ, ohne die Funktion der Bremsen im letzten Waggon genau zu kontrollieren. Ansonsten hätte er bemerken müssen, dass des keine Bremswirkung gab, wenn ein Ventil zugedreht ist.

Dieses Gutachten ist laut ORF nun Basis für den Prozess, der voraussichtlich noch in diesem Jahr stattfinden wird. Die Staatsanwaltschaft prüft die rechtlichen Grundlagen, die sich aus den Erkenntnissen des Sachverständigen ergeben.

5.7.2002 17:52