Ortstafel-Streit: Klestil wünscht sich Konsens-Lösung
- Haider unterstreicht "freiwillige Leistungen" des Landes

Bei einem Gespräch mit Vertretern der slowenischen Minderheit in St. Jakob/Rosental betonte der österreichische Bundespräsident Thomas Klestil, er wünsche sich in der Ortstafel-Frage eine Konsens-Lösung. Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (F) unterstrich die vom Land erbrachten "freiwilligen Leistungen" für die slowenische Volksgruppe.
Klestil zeigte sich gegenüber den Volksgruppenfunktionären Marjan Sturm, Bernard Sadovnik und Andrej Wakounig zuversichtlich, dass man in der Ortstafelfrage eine gemeinsame Lösung finden werde, mit der alle zufrieden sein könnten. Haider wiederum wies auf die Schwierigkeiten hin, die aus der Verweigerung der so genannten "muttersprachlichen Erhebung" seitens der Volksgruppe entstünden. Das Land tue sehr viel für die Slowenen, daher sei bezüglich der Forderungen "auch einmal Mäßigung angebracht".
Zu dem Gespräch waren auch Abordnungen der Gottscheer in Slowenien und der deutschsprachigen Kanaltaler gekommen. Die Kanaltaler ersuchten Klestil darum, zu ermöglichen, dass die ORF-Radio- und Fernsehprogramme im gesamten Kanaltal empfangen werden können. Klestil sagte seine Unterstützung in dieser Causa zu. Er wolle auch die Anliegen der Gottscheer unterstützen, betonte der Bundespräsident. Bezüglich der Avnoj-Beschlüsse und Benes-Dekrete meinte er, diese sollten als "rechtlich unwirksam" erklärt werden.
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