Donnerstag, 4. Juli 2002

FORMAT: Militärspitze bis zuletzt für "Gripen"

  • Saab erwägt rechtliche Schritte gegen Entscheidung

Bei der Entscheidung über den Ankauf neuer Abfangjäger votierte die Spitze des Bundesheeres bis zuletzt für den Saab-Gripen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.

Laut dem FORMAT vollständig vorliegenden "Endbericht Bewertungskommission Abfangjäger" (der letztlich mit 4:1 für den EADS-Eurofighter votierte) lag der Gripen sowohl bei der "Kostenwerteermittlung" in allen drei Zahlungsvarianten deutlich in Führung, als auch bei der "Kosten-Nutzen-Analyse" in zwei von drei Sparten. Bei den Muß-Forderungen erreichten beide Jets 650 Punkte, bei den Soll-Forderungen lag der Eurofighter mit nicht einmal 40 von mehr als 900 Punkten vorne.

Zudem votierten Generaltruppeninspektor Horst Pleiner und General Peter Corrieri, Chef der Beschaffungssektion, bis zuletzt für den Gripen. In einer "Einsichtsbemerkung" vom 25. Juni schreibt Divisionär Wolfgang Spinka, Leiter der "Gruppe Feldzeug-/Luftzeugwesen": "Zufolge der festgestellten annähernden Gleichwertigkeit der Angebote und der gegebenen Erfüllung der Anforderungen für die Luftraumüberwachung Österreichs wird vorgeschlagen, dem Produkt mit den geringeren Anschaffungs- und Betriebskosten, also dem Gripen von Saab/BAE, den Vorzug zu geben." In einer Stellungnahme halten Pleiner und Corrieri ihre volle Zustimmung dazu fest.

Saab überlegt nun rechtliche Schritte gegen die Entscheidung für EADS. Roger Lantz, Geschäftsführer des Saab-Dependance in Wien gegenüber FORMAT: "Wir haben noch nicht aufgegeben. Wir warten, bis der Vertrag unterschrieben ist. Dann sehen wir weiter."

Mehr zu diesem Thema finden Sie im neuen FORMAT!

4.7.2002 12:52