Steirerin soll Tochter Heroin gespritzt haben
- 38-Jährige selbst drogensüchtig
Ihrer erst 16-jährigen Tochter soll eine selbst Drogensüchtige in Graz eine Heroinspritze verabreicht haben. Im Frühjahr soll die Angeklagte ihrem Kind außerdem mehrmals Geld für Suchtgift gegeben haben. Die 38-Jährige musste sich am Dienstag im Grazer Straflandesgericht wegen schwerer Körperverletzung verantworten. "Das stimmt alles nicht", meinte die Beschuldigte zu den Vorwürfen. Die Verhandlung wurde vertagt, weitere Zeugen sollen gehört werden.
Der Vorfall soll sich im April dieses Jahres ereignet haben. Manuela R. leugnete aber, jemals selbst der Tochter Drogen verabreicht zu haben. "Erstens kann ich das nicht, zweitens darf ich das nicht, drittens würde ich das nie tun! Mir tut es schon weh genug, wenn ich zusehen muss", so die Mutter zu den Vorwürfen. Von der Heroinsucht des Mädchens wusste die Angeklagte seit Sommer vorigen Jahres. Vehement stritt sie ab, ihrer Tochter Geld für Drogen gegeben zu haben. "Ich hab' nie was mit Heroin, Kokain, LSD zu tun gehabt." Sie gab aber zu, dass die 16-Jährige in der Wohnung mit Freunden zusammen Heroin gespritzt hatte. Das Geld für ihren Suchtgiftkonsum soll sich das Mädchen unter anderem mit dem Drehen von Pornofilmen beschafft haben.
Die Mutter selbst ist eigenen Angaben zufolge seit zehn Jahren schwerst tablettensüchtig. Dies sei auch der Grund gewesen, warum sie zunächst bei der Gendarmerie ein Geständnis abgelegt hatte: "Ich hab' so viele Medikamente genommen", versuchte sie ihre unterschiedlichen Aussagen zu erklären. Mehrere Versuche, von den starken Schmerzmitteln wegzukommen, seien bereits gescheitert. "Eine stationäre Langzeittherapie wäre gut", meinte Richter Helmut Wlasak. " Ich hab' das aufgegeben", so die Beschuldigte resigniert.
Die Tochter verweigerte vor Gericht jede Aussage. Zur Einvernahme weiterer Zeugen vertagte Richter Wlasak schließlich die Verhandlung. Von seinem Angebot, der Beschuldigten eine kostspielige stationäre Drogentherapie zu bewilligen, machte die Angeklagte keinen Gebrauch.
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