Wie aus Urlaub Erholung wird!
- Jährlich verreisen vier Millionen Österreicher
- Plus: Experten-Tipps für die bessere Urlaubsplanung

·Experten-Tipps
So urlauben Sie richtig!
·Reise-Quiz Teil I: Ihr Wissen testen!
Sind Sie ein echter Globetrotter?
Warum scheitern Urlaubsreisen so oft? Warum gewinnt die Heimkehr aus einem exotischen Land, einer aufregenden Stadt oder einem idyllischen Strandhotel bisweilen sogar Erlösungscharakter? Und vor allem: Warum lernen Menschen nichts aus missglückten Ferienreisen? Hier sind die Antworten!
Seit dem Aufkommen des Massentourismus grübeln Psychologen, Mediziner und Ratgeber aller Art über die Ursachen des im Grunde paradoxen Phänomens. Doch die Antworten, die sie bisher gefunden haben, dringen immer noch nicht ins Bewusstsein der Erholungssuchenden. "Ferien", wusste das Nachrichtenmagazin "Spiegel" schon 1994, "misslingen im Kopf." Zu weit geht oft die Schere zwischen Erwartung und Erfüllung auseinander. Die Urlauber setzen sich unter Druck, haben für ihre Erholung nur eine bestimmte Zeitspanne zur Verfügung, und wenn sie diese nicht nutzen, ist das Projekt gescheitert. "Reisen", sagt der Hamburger Freizeitforscher Horst Opaschowski, "gilt als die populärste Form von Glück".
Stressfaktoren
Doch ganz von selbst stellt es sich nicht ein. Wer sich den perfekten Urlaub stur einbildet, so der Tenor der boomenden Branche der Freizeitforscher, wird in jedem Fall enttäuscht. Äußere Faktoren wie Staus, Flughafenchaos oder schlechter Service bereiten den Boden für Frust in den Ferien. Doch Tücken lauern oft auch dort, wo man sie nicht vermutet. Nur allzuoft klagen etwa Urlauber in den Clubs der Türkei, dass sie dort nicht einmal die Chance haben, sich auszuschlafen, denn die älteren bettflüchtigen Gäste besetzen die Liegestühle am Strand bereits um sechs Uhr morgens mit ihren Badetüchern – um nur ja nicht zu kurz zu kommen. In Kombination mit inneren Problemen verstärken sich solche Komfortmängel dann zu Szenarien, die den Urlaub tatsächlich zum Albtraum werden lassen können. Bei jedem zweiten Paar, so ermittelte eine Studie das Hamburger B.A.T.-Freizeitinstitutes, kracht es in den Ferien zumindest einmal ordentlich; das oft genannte Urlaubsmotiv "Kitten der Beziehung" funktioniert nur in den seltensten Fällen.
Kurzzeitgedächtnis
Doch die schlechten Erinnerungen verblassen rasch, und das ist der Grund, warum viele Reisende aus Fehlern nicht lernen können. Siebzig Prozent aller Ferienheimkehrer, weiß Peter Zellmann vom Ludwig-Boltzmann-Institut für Freizeitforschung, "geben das, worüber sie sich geärgert haben, schon unmittelbar nach ihrer Rückkehr nicht mehr zu". Der Grund, so Zellmann: "Alles ist relativ. Schlechter Service im Hotel ist immer noch besser als die Aussicht auf den ersten Arbeitstag nach dem Urlaub." Befragt man diese Personen einige Wochen später, so sinkt der Anteil der Unzufriedenen auf zehn bis fünfzehn Prozent.
Optimaler Urlaub
Dabei sollte nach den Vorstellungen der Arbeitsmediziner beim Urlaub eigentlich die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des werktätigen Menschen im Vordergrund stehen. "Vor allem im psychoemotionalen Bereich kann es im Laufe eines Arbeitsjahres zu zentralen Ermüdungen kommen", so Wolfgang Marktl vom Wiener Institut für medizinische Physiologie. Studien haben gezeigt, dass diese Defizite nach zwei bis drei Wochen Urlaub messbar aufgeholt werden können. Doch lange Urlaube, in denen die Regenerationseffekte spürbar werden, leistet sich nur eine Minderheit. Durchschnittsösterreichers Traumvariante der Erholung ist der zweiwöchige Strandurlaub; zwei Drittel aller Reisenden bevorzugen ihn. Würden sie länger wegfahren, könnte ihre Erholungskurve zu Ende gezeichnet werden. Erst nach ein paar Tagen sinkt der Ruhepuls auf ein entspanntes Niveau. Somit wird auch der Schlaf erholsamer - und die Stimmung steigt.
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