Samstag, 29. Juni 2002

Spaniens Gewerkschaften drohen mit neuen Protesten

  • Gespräch mit Aznar über Arbeitslosenhilfe gefordert

Eine Woche nach dem Generalstreik in Spanien haben die großen Gewerkschaften des Landes mit neuen Protesten gedroht. Sollte Ministerpräsident Jose Maria Aznar sie nicht zu einem Gespräch über die umstrittene Reform der Arbeitslosenunterstützung empfangen, wird es im Sommer weitere Massendemonstrationen geben.

Das kündigten die Gewerkschaftsführer Jose Maria Fidalgo und Candido Mendez in Madrid an.

Kein neuer Generalstreik
Einen neuen Generalstreik schlossen sie zwar aus. In den Monaten Juli, August und September seien aber landesweit mehrere Protestaktionen geplant. Nähere Einzelheiten nannten sie nicht. Arbeitsminister Juan Carlos Aparicio wies das Ultimatum zurück. Es beweise, dass die Gewerkschaften in Wirklichkeit nicht zum Dialog bereit seien.

Der Generalstreik am 20. Juni war Schätzungen zufolge von zehn Millionen Menschen befolgt worden und hatte vor allem die Industrie des Landes weitgehend lahm gelegt. Er richtete sich gegen Kürzungen bei der Arbeitslosenhilfe, in denen die Gewerkschaften einen Einschnitt ins soziale Netz sehen. Die Regierung hält dagegen, die Reform sei notwendig, um die aktive Suche nach einem Arbeitsplatz zu fördern.

29.6.2002 16:06