Freitag, 28. Juni 2002

Dritter im Bunde: Disney legte falsche Bilanzen

  • Gewinne für 2001 und 2000 nach oben korrigiert
  • WorldCom und Xerox crashten nach Skandalen an der Börse

Micky Mouse im Visier der Finanzaufsicht: Auch der US-amerikanische Unterhaltungskonzern Walt Disney hat falsche Bilanzen vorgelegt. Der Konzern korrigierte seine Gewinne aus den Jahren 2000 und 2001 nach oben. In einem Schreiben an die Börsenaufsicht spricht das Unternehmen von "Rechenfehlern".

In einem Schreiben an die Börsenaufsicht erklärte das in Kalifornien ansässige Unternehmen, zu den "Rechenfehlern" sei es im Zusammenhang mit der Bewertung seiner Internet-Gruppe gekommen. Die Bilanz sei deshalb nicht mehr konform mit den neuen Regeln der Buchführung gewesen.

Der Disney-Konzern habe im Jahr 2001 nach der Korrektur 613 Millionen Dollar anstelle der vorher bilanzierten 358 Millionen Dollar Gewinn gemacht. Auch für das Jahr 2000 habe sich ein Gewinn von 2,2 Milliarden US-Dollar anstelle der zuvor festgestellten 1,6 Milliarden US-Dollar ergeben.

Nur kurz zuvor hatte der Telefonkonzern WorldCom zugegeben, dass vier Milliarden Dollar in den vergangenen eineinviertel Jahren falsch in seinen Büchern verbucht worden waren. Nur dadurch konnte das Unternehmen 2001 und in den ersten drei Monaten dieses Jahres Gewinne ausweisen. Die Ankündigung war nach dem Skandal um den vergangenen Dezember Pleite gegangenen US-Energiekonzern Enron ein weiterer schwerer Schlag für das Vertrauen in US-Unternehmen und schickte die Börsen rund um den Globus vorübergehend auf Talfahrt. Dazu wurde so eine Welle von Bilanz-Skandalen losgetreten.

28.6.2002 16:35