Postämter-Zusammenlegung abgeschlossen
- 9 Postämter "amnestiert"
- Kontrollkommission entscheidet immer für die Post
Die Österreichische Post AG hat wie angekündigt die geplante Auflassung von 637 ihrer ursprünglich insgesamt 2.300 Postämter weitgehend abgeschlossen. 586 haben bereits zugesperrt. 25 weitere schließen dieser Tage, 17 sollen noch bis 19. Oktober dieses Jahres folgen. Bei 9 ursprünglich auf die rote Liste gesetzten Postämtern hat es sich die Post anders überlegt - sie dürfen weiter bestehen.
Diese "Amnestie" erhielten sechs Postämter in Kärnten, eines in Oberösterreich, eines in Tirol und eines in Niederösterreich.
Entgegen anfänglichen Ankündigung von Landeshauptmann Jörg Haider, wonach in seinem Bundesland kein Postamt geschlossen werde, war auch Kärnten bereits von den Postamtszusammenlegungen betroffen. 11 Postämter wurden bereits geschlossen, 15 weitere sollen noch bis Mitte Oktober folgen.
Alternativen in vielen Gemeinden
In 245 Gemeinden hat es die Post geschafft, Alternativen anzubieten: In 160 Orten sollen Post-Partner, großteils Nahversorger, das gesamte Sortiment übernehmen. 60 Gemeinden erhalten eine Servicestelle mit eingeschränktem Angebot im Gemeindeamt, und in 25 Orten wird im Gemeindeamt eine Hinterlegungsstelle eingerichtet. In den übrigen Gemeinden gibt es keinen örtlichen Postamtsersatz, der Landzusteller wird die Aufgaben der Post übernehmen.
Der Protest in den Gemeinden geht unterdessen ungeachtet weiter. Auch eine auf Drängen des Verkehrsministeriums eingerichtete Kontrollkommission hat dem Vernehmen nach keine Einigung gebracht. Die Kommission, die sich aus einem Vertreter der Post, einem Repräsentanten des Österreichischen Gemeindebunds und einem gemeinsam ernannten Nahversorgungsexperten zusammensetzt, hätte zwischen Post und Gemeinden vermitteln sollen.
Kontroll-Kommission entschied immer für Post
Über 320 Schreiben sind bei der Kommission eingelangt. In allen Fällen soll die Beschwerdestelle der Post Recht gegeben haben. Der Betriebsrat spricht von einer Alibikommission. "Mir ist kein Fall bekannt, in dem die Kommission die Postamtsschließung verhindert hätte", meint der oberste Gewerkschafter Gerhard Fritz.
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