Spartenteilung startet: Post stellt 150 neue Manager ein
- Mehrkosten von 11,25 Millionen Euro
- Neues Zustell-Konzept ist in Gefahr
Die Österreichische Post AG beginnt mit der Spartenaufteilung ihres Unternehmens. Ab 1. Juli soll die neue Einteilung operativ werden. Laut Betriebsrat hat die Post aber bisher lediglich die Aufgaben im Vorstand nach dem neuen Konzept verteilt und 150 neue Manager engagiert. Die Zahl der Führungskräfte sei damit um 10 Prozent auf rund 2.000 gestiegen.
Geplant ist die Trennung der Bereiche
Das schlägt sich in deutlichen Mehrkosten von rund 11,25 Millionen Euro nieder, sagt der oberste Post-Betriebsratschef Gerhard Fritz.
Befürchtungen entkräftet
Der Grundsatz der Prozessgeschlossenheit der einzelnen Bereiche ist laut Fritz zur Freude der Gewerkschaft gefallen. Der Betriebsrat hatte befürchtet, dass dadurch 11.000 Arbeitsplätze gefährdet würden und auf Grund des Wegfalls von Synergien Mehrkosten in Höhe von 250 Millionen Euro entstünden und seinerzeit mit Streiks gedroht.
11,25 Millionen Euro Mehrkosten
Aus Sicht des Gewerkschafters bringt die neue Spartenorganisation mehr Kosten als Nutzen. Allein die bereits vollzogene Aufstockung der Führungsriege koste das Unternehmen jährlich 75.000 Euro pro Manager mehr bzw. in Summe 11,25 Millionen Euro zusätzlich für diese rund 150 Führungskräfte. "Wir sehen nicht, wo das wieder hereinkommen soll. Der Umsatz stagniert jetzt schon", sagt der Post-Gewerkschafter weiter. Durch die Spartenorganisation erwartet er eine weitere "Umsatzvernichtung auf Grund sich gegenseitig konkurrierender Sparten" - etwa Infomail und KEP oder Infomail und Brief.
Details, wie die Aufteilung künftig aussehen soll, sind aber noch völlig offen. Eine vom Eigentümer verlangte detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung des neuen Modells hat der Vorstand noch nicht vorgelegt. Laut Betriebsrat gibt es derzeit lediglich ein Budget für 2002 und die Erkenntnis, dass drei der fünf Sparten selbst in vier Jahren noch negativ wirtschaften würden.
Keine Zustimmung
Arbeitsplätze sind jetzt nicht mehr gefährdet. Seine Zustimmung im Aufsichtsrat will der Arbeitnehmervertreter aber verweigern, "wenn der Vorstand sein Konzept nicht klar wirtschaftlich belegen kann. Sonst ist es ein Blindflug", so der Gewerkschafter. 2001 ist der Umsatz der Österreichischen Post trotz einer Preiserhöhung um 26 Mill. Euro auf 1,505 Mrd. Euro zurückgegangen.
Zustellung Neu in Gefahr!
Gefährdet scheint durch die neue Spartenorganisation unterdessen auch ein anderes Projekt des Post-Vorstandes - nämlich das neue Zustellkonzept. Bis 2004 soll die Zahl der Zustellpostämter von 1.800 auf rund ein Drittel reduziert werden. Sollte mit der Spartenorganisation die Paketzustellung vollständig herausgetrennt werden, müssten die Zustellgebiete des Briefdienstes wieder komplett neu organisiert werden, betont Fritz. Ob das passiert, ist aber offen.


