Bayerns Flugzeugbauer wird zerschlagen
- Mindestens 1.000 der 3.600 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs
- Alenia prüft mögliche Übernahme von Fairchild-Dornier

Mit der offiziellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist am Montag die Zerschlagung des Traditionsunternehmens Fairchild Dornier eingeleitet worden. Auch im günstigsten Fall werden mindestens 1000 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren.
Sollte kein Käufer für das Regionaljet-Programm 728 gefunden werden, gehen sogar 1800 Arbeitsplätze verloren. Diese Mitarbeiter werden zunächst für drei Monate im Rahmen eines Sozialplans weiter qualifiziert. Fairchild Dornier ist der letzte bedeutende Flugzeugbauer in Deutschland.
Insolvenz wurde heute Früh eröffnet
Die übrigen knapp 1.800 Fairchild Dornier-Beschäftigten in Oberpfaffenhofen können dagegen voraussichtlich unter neuer Führung in ihrem Bereich weiterarbeiten. Das Unternehmen hatte vor drei Monaten Insolvenzantrag gestellt. Am Montagmorgen gab das Amtsgericht Weilheim die Eröffnung des Verfahrens bekannt. "Damit hat bei Fairchild Dornier eine neue Zeitrechnung begonnen", sagte der Betriebsratsvorsitzende Günter Pfeiffer. Geschäftsführer Thomas Brandt meinte: "Die Mitarbeiter tragen ihr Schicksal mit großer Würde."
Zerschlagung unvermeidlich
Eine Zerschlagung des Unternehmens ist unvermeidlich. "Einen wirtschaftlich potenten Investor für den Gesamtbetrieb haben wir nicht gefunden", sagte Braun. Für die Airbus-Komponentenfertigung interessiert sich dem Vernehmen nach der MAN-Konzern, auch für den kleineren 328Jet steht Braun in Verhandlungen mit einer Reihe von Interessenten.
Herzstück von Fairchild Dornier ist der 728Jet, in dessen Entwicklung bereits rund eine Milliarde Dollar gesteckt wurde. Kurz vor der Serienfertigung ging Fairchild Dornier die Luft aus. Nach der offiziellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens musste Braun das 728- Programm nun auf Eis legen. "Im Moment konzentrieren wir uns darauf, die 728-Kernkompetenzmannschaft zusammenzuhalten", sagte Braun. Die letzten Hoffnungen in Oberpfaffenhofen für den 728Jet richten sich nun auf die italienische Alenia, die derzeit eine Übernahme des Programms in Oberpfaffenhofen prüft. Weltmarktführer Bombardier hatte bereits vor einigen Wochen abgewunken.
Italiener an Übernahme interessiert
Die Chancen auf einen Abschluss mit Alenia wollte Braun nicht beziffern. "Ich bin in der Deutung des Vogelflugs nicht erfahren." Er nannte aber die Vision einer neuen europäischen Regionalluftfahrtgesellschaft rund um Alenia. An einer solchen Lösung könnten sich nach seiner Einschätzung auch Zulieferer wie beispielsweise die spanische Casa (Flügel), Eurocopter (Türen) und MAN Technologie (Rumpfheck) sowie die Regionalflugzeug-Firma ATR beteiligen. ATR ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Alenia und dem europäischen EADS-Konzern. Dieser hat sich bisher klar gegen ein Engagement bei Fairchild Dornier ausgesprochen.

