Donnerstag, 27. Juni 2002

Ab 1. Juli: Barabhebung in der Eurozone gratis

  • Auch keine Zusatzkosten bei Kreditkartenzahlung

Österreicher können ab Montag innerhalb der Eurozone kostenlos von Bankomaten Geld abheben und mit der Kreditkarte zahlen, denn sie haben dafür nur mehr die gleichen Kosten wie bei einer Transaktion daheim. Dafür sorgt eine EU-Verordnung, die am 1. Juli in Kraft tritt. Für Geldbehebungen mit Kreditkarte werden allerdings nach wie vor Extragebühren verlangt.

"Eine Bestimmung aus der EU, die bürgernah, konkret und rasch wirksam ist", stellte Kommissionssprecher Jonathan Todd am Donnerstag in Brüssel vor der Presse fest. Wem seine Bank höhere Kosten verrechnet, solle sich zunächst beim Bankinstitut und dann bei einer Schlichtungsstelle beschweren. Die EU-Verordnung sei aber auch direkt bei einem heimischen Gericht einklagbar, hob Todd hervor.

In einem Jahr, ab 1. Juli 2003, werden auch Auslandsüberweisungen so viel kosten wie Inlandsüberweisungen. Es sei das Problem der Banken, wie sie diese Gesetzesbestimmung umsetzen, sagte Todd. Aber die Konkurrenz werde dazu führen, dass die Banken ihre Inlandsgebühren nicht erhöhen. Und sollte es zu einer plötzlichen konzertierten Anhebung der Gebühren in einem Land kommen, dann würden das die nationalen Wettbewerbsbehörden und EU-Kommissar Mario Monti "mit Interesse beobachten", so Todd.

Derzeit kostet nach Angaben der EU-Kommission eine Bankomatabhebung im Ausland durchschnittlich vier Euro, während der gleiche Vorgang im Inland meist kostenlos ist oder wenige Cent kostet. Die neuen Bestimmungen gelten für Transaktionen bis zu 12.500 Euro.

Die EU-Institutionen haben diese Verordnung gegen den Willen der Banken beschlossen. Heimische Finanzinstitute überlegen noch Maßnahmen dagegen.

27.6.2002 14:58