IHS: Österreichs Exporte steigen 2002 um 4,1 Prozent
- Bei Importen heuer Wachstumsverlangsamung
- Minister Bartenstein: "Noch große Chancen"

Ein Wachstum von 4,1 Prozent prognostiziert das Institut für Höhere Studien (IHS) für 2002 bei Österreichs Exporten. In einer soeben fertig gestellten Außenhandelsprognose im Auftrag des Wirtschaftsministeriums wird von einem Ausfuhrvolumen von 78 (Vorjahr: 74) Mrd. Euro ausgegangen. Für 2003 rechnet das IHS mit einem weiteren Anstieg auf 83 Mrd. Euro.
Das österreichische Handelsbilanzdefizit sollte sich im kommenden Jahr von 3,6 Mrd. Euro (Prognose 2002) - das sind 1,7 Prozent des BIP - auf 3,1 Mrd. Euro (1,4 Prozent des BIP) verringern. Die Exportquote, der Anteil der Warenexporte am Bruttoinlandsprodukt (BIP), werde weiter nach oben klettern - laut IHS-Prognose auf 36 Prozent im heurigen und auf 37 Prozent im kommenden Jahr. Im Vergleich dazu hatte sie 1996 gerade 25 Prozent ausgemacht. Für die Importe prognostiziert das IHS für heuer eine Verlangsamung des Wachstums um 3,1 Prozent auf 81 Mrd. Euro, verglichen mit einem Plus von 5 Prozent 2001, teilte das Wirtschaftsministerium in einer Aussendung vom Mittwoch mit.
Dies sei vor allem auf das generell verminderte Welthandelsvolumen zu Jahresbeginn zurückzuführen. Zudem hätten sinkende Preise den Wert der Importe in der ersten Jahreshälfte gesenkt, da der in den vergangenen Jahren besonders von den Energie- und Lebensmittelpreisen ausgehende Inflationsdruck weggefallen sei. Mit zunehmender Belebung der Weltwirtschaft würden auch Importvolumen und Weltmarktpreise wieder steigen, beruft sich das Wirtschaftsministerium auf Angaben des IHS. Für 2003 erwartet das IHS eine Zunahme der heimischen Warenimporte um 6,8 Prozent auf 87 Mrd. Euro.
Bartenstein: "Noch große Chancen"
"Exporte sind einer der stärksten Motoren für die österreichische Wirtschaft, und das IHS-Ergebnis zeigt, dass dieser Motor bereits auf hohen Touren läuft. Es gibt aber immer noch große Chancen auf weiteres Wachstum", erklärte Wirtschaftsminister Martin Bartenstein laut der Aussendung seines Ressorts.
Österreich müsse sich zu einem noch stärkeren Export-Standort entwickeln und die derzeitige Export-Quote von 34 Prozent wesentlich steigern. Andere europäische Länder kämen auf fast den doppelten Wert. "Hervorragende Möglichkeiten", weiteres Exportwachstum zu generieren, sieht Bartenstein in den Informations- und Kommunikationstechnologien.

