Brasilien nicht nur wegen Spielstärke Favorit
- Rematch-Sieg, "Kontinentalregel" und die "WM-Zahl" 3.964
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Brasiliens Cafu zum 3. Mal im Finale!
Geht es nach der bisherigen WM-Geschichte und einer Zahlenspielerei, dann wird Brasilien am Sonntag in Yokohama im Finale gegen Deutschland zum fünften Mal Fußball-Weltmeister. Nicht nur, dass bisher stets der Gewinner eines "WM-Rematches" Champion geworden ist, sprechen auch noch die "Kontinentalregel", die bisher nur die Brasilianer mit ihrem Titel 1958 in Schweden durchbrochen haben, sowie die Zahl 3.964 für Ronaldo, Rivaldo und Co.
Das Halbfinale Brasilien gegen die Türkei (1:0), die beiden Teams waren bereits in der Vorrunde der WM in Asien in Gruppe C aufeinander getroffen (2:1), war am Mittwoch erst das fünfte Rematch im Rahmen einer Endrunde. Und der Erfolg ist ein gutes Omen für die Ballkünstler aus Südamerika, haben sie doch schon zwei Mal nach Siegen in WM-Revanche-Partien den World Cup gewonnen: 1962 in Chile gab es nach einem 0:0 in der Gruppenphase im Finale einen 3:1-Triumph gegen die Tschechoslowakei, und 1994 in den USA zogen die Brasilianer nach einem 1:1 in der Vorrunde mit einem 1:0-Halbfinalsieg gegen Schweden ins Endspiel ein, in dem sie dann im Elferschießen gegen Italien den vierten WM-Titel fixierten.
Auch in den anderen beiden Fällen ohne brasilianische Beteiligung wurden die Rematch-Sieger Weltmeister: 1954 setzte sich Deutschland in der Schweiz nach dem 3:8-Vorrunden-Debakel im Finale gegen den Topfavoriten Ungarn überraschend 3:2 durch, 1982 in Spanien besiegte der spätere Champion Italien nach einem torlosen Remis in der Gruppenphase die Polen im Halbfinale 2:0.
Auch "Kontinentalregel" spricht üfür Selecao
Daneben spricht noch ein anderes historisches Faktum für Brasiliens "Penta"-Coup am Sonntag in Japan: Bisher hat immer ein Team des jeweiligen Gastgeber-Kontinents den Titel geholt - mit Ausnahme von Brasilien 1958 in Schweden. Europäischen Mannschaften ist es dagegen bisher bei Endrunden auf außereuropäischem Territorium noch nie gelungen, die "Kontinentalregel" zu durchbrechen: 1930 im eigenem Land und 20 Jahre später in Brasilien siegte jeweils Uruguay. 1962 in Chile verteidigte Brasilien seinen in Schweden eroberten Titel erfolgreich, 1970 in Mexiko folgte dann der dritte Titel für die Ballzauberer vom Zuckerhut. 1978 als Gastgeber und 1986 in Mexiko hieß der Champion jeweils Argentinien, 1994 in den USA dann wieder Brasilien.
Die ominöse Zahl 3.964
Die Fans der Südamerikaner hoffen aber nicht nur auf eine Wiederholung der Geschichte, sondern auch auf die Zahl 3.964, auf die bisher immer Verlass war, wenn zwei Nachkriegs-Weltmeister in einem WM-Finale aufeinander trafen. Erstmals war dies 1986 der Fall, als sich Argentinien gegen Deutschland durchsetzte. Die Summe der beiden Jahre, in denen die Südamerikaner Weltmeister wurden - 1978 und 1986 -, ergibt nämlich 3.964. 1990 in Italien revanchierten sich dann die Deutschen, die davor zuletzt 1974 Champion geworden waren. Und auch in diesem Fall galt: 1974 + 1990 = 3.964!
Zuletzt bestätigte sich diese Zahlenspielerei 1994 in den USA, wo Brasilien die nach dem Triumph von 1970 anhaltende Durststrecke ohne WM-Würde beendete. 1998 konnte die Regel dagegen nicht angewandt werden, da ja Frankreich erstmals den WM-Titel holte. Doch nun stehen wieder zwei Nachkriegs-Champions im Endspiel, und damit ist für abergläubische Zahlbeschwörer klar: 3964 - 2002 = 1962, also genau jenes Jahr, in dem Brasilien in Chile Weltmeister wurde.
